Die überwachte Frau – “Macht über Frauenkörper”

Die überwachte Frau – “Macht über Frauenkörper”

Wie Frauen in ihrer Selbstermächtigung gehemmt werden – ein Interview mit Autorin Doris Moser über ihr Buch ‘Der überwachte Bauch’

 

 

Liebe Doris, erzähl’ doch bitte zu Beginn, warum Du dieses Buch geschrieben hast? Wie kam es, dass Du das System der Schwangerenvorsorge in Frage gestellt hast?

Es waren vor allem persönliche Erfahrungen, die mich dazu gebracht haben, die gängige Form der Schwangerenvorsorge zu hinterfragen.

Wenn ich an meine Schwangerschaften zurückdenke, dann erinnere ich mich vor allem an unzählige Arztbesuche, Laborüberweisungen, Aufenthalte in der gynäkologischen Abteilung des Geburtskrankenhauses.

Wie die meisten Menschen, habe ich das auch nicht in Frage gestellt, bin brav zu jeder Untersuchung gegangen und hab den Mutter-Kind-Pass wie einen kleinen Schatz gehütet. Schließlich wollte ich doch nur das Beste für mein Kind und das wird doch wohl der regelmäßige Check beim Fachmann sein, oder?

Alle machen das so.

Während meiner zweiten Schwangerschaft haben mich dann erste leise Zweifel beschlichen. Damals wollte ich viele Dinge nicht mehr so einfach hinnehmen, war informierter als bei der ersten Schwangerschaft – und bin deshalb immer wieder mit meiner damaligen Frauenärztin aneinandergeraten.

Da wurde mir dann bewusst, dass es bei diesem ganzen Arztmarathon in Wahrheit gar nicht um mich oder mein Kind geht.

Da ging es plötzlich um Macht, Kontrolle und Hierarchie. Und ich hab den Druck ganz deutlich gespürt, den Vater Staat da auf uns werdende Mütter ausübt. Da hat sich dann Widerstand in mir geregt. Ich hatte das Gefühl, dass da irgendetwas nicht ganz stimmig ist.

Wie kann es sein, dass erwachsene Frauen derart entmündigt werden?

Ihnen wird nicht zugetraut, sich eigenverantwortlich um ihren Gesundheitszustand zu kümmern, was beispielsweise für Diabetiker selbstverständlich ist. Von schwangeren Frauen erwartet man, dass sie für die einfachsten Tätigkeiten wie Wiegen, Blutdruckmessen oder den Teststreifen in den Urin zu tauchen in die Arztpraxis pilgern, um sich dort von Profis dabei helfen zu lassen.

Das ist doch verrückt!

Hinzu kommt, dass ich herausgefunden habe, dass es im internationalen Vergleich für die Schwangerenvorsorge gar keine einheitlichen Richtlinien gibt. Hier wird häufig und viel kontrolliert, gemessen, überwacht und begutachtet, dort sind die Vorgaben viel freier und es wird weit weniger untersucht – allerdings bei gleichen Ergebnissen.

Mehr Untersuchungen bedeuten demnach nicht zwangsläufig besserer Gesundheit für Mutter und Kind. Ein weiterer Punkt, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat, ist die Tatsache, dass die werdenden Eltern von der Medizin als dumm verkauft werden. Der Mutter-Kind-Pass wird gerne als Erfolgsgeschichte dargestellt: Weil Vater Staat so nett war und den Mutter-Kind-Pass eingeführt hat, ist die Mütter- und Säuglingssterblichkeit gesunken. Ja, sie ist gesunken. Allerdings wird vergessen zu erwähnen, dass bereits lange vor Einführung des Mutter-Kind-Passes die Sterblichkeitsraten rapide gesunken sind. Nicht die medizinische Überwachung ist also der ausschlaggebende Grund für die verbesserten Sterblichkeitsraten, sondern anderer Faktoren wie verbesserte Hygienebedingungen sowie bessere soziale und ökonomische Gegebenheiten sind dafür (mit-)verantwortlich.

Hier wird also mit falschen Karten gespielt und die werdenden Mütter werden bewusst nicht aufgeklärt.

 

Welche Themenschwerpunkte behandelt das Buch konkret und wie kann es schwangeren Frauen dabei helfen, ihren eigenen Weg zu finden?

Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich der Meinung bin, dass jede schwangere Frau, die sich mit dem System der medizinischen Schwangerenvorsorge konfrontiert sieht, auch die grundlegenden Informationen dahinter erhalten sollte.

Informierte Frauen sind vielleicht unbequeme „Patientinnen“, aber sie sind auch fähig, eigenverantwortliche Entscheidungen für sich und ihre (ungeborenen) Kinder zu treffen. In der Interaktion Arzt/Ärztin und „Patientin“ muss das Ungleichgewicht beseitigt werden.

Hier sollten sich zwei Menschen auf Augenhöhe begegnen und nicht, wie es aktuell meist der Fall ist, eine unsichere und orientierungslose Frau, die sich einem allwissenden und tonangebenden Profi ausliefert.

Diese Möglichkeit will ich den Frauen geben. Das Buch ist daher so aufgebaut, dass die Leserin einen Einblick in die Hintergründe des Mutter-Kind-Passes bekommt.

Wie und warum kam es zu dessen Einführung und mit welchem Ziel? Wurden diese Ziele erreicht? Welche Änderungen im Mutter-Kind-Pass sind in Zukunft geplant?

Dann geht es natürlich ganz konkret um den Inhalt des Mutter-Kind-Passes: Welche Untersuchungen sind wann vorgesehen? Welchen Sinn haben diese Untersuchungen? Gibt es womöglich sogar Maßnahmen, die das Wohl von Mutter und Kind gefährden? Worauf kann eventuell verzichtet werden?

Ein internationaler Vergleich der Schwangerenvorsorgeprogramme zeigt nicht unerhebliche Differenzen zwischen den einzelnen Ländern auf. Außerdem beschäftige ich mich mit der Risikoorientierung in der ärztlichen Schwangerenvorsorge und hinterfrage die Sinnhaftigkeit dieser Form der medizinischen Überwachung.

Letztendlich macht das ja etwas mit einer Frau, wenn sie – obwohl sie nicht krank ist – ständig zum Arzt beordert wird.

Da geht es dann auch um Macht über Frauenkörper.

Was im Buch auch kritisch beleuchtet wird, ist die Tatsache, dass Österreich das einzige mir bekannte Land ist, in dem die ärztliche Überwachung des weiblichen Körpers derart durch staatlichen Druck gefördert wird. Hier wird der Nachweis der ärztlichen Untersuchung direkt an die Ausbezahlung einer finanziellen Leistung (Kinderbetreuungsgeld) geknüpft.

Hinzu kommt, dass die Schwangeren keine Wahl haben, ob sie die Mutter-Kind-Pass-Vorsorgeuntersuchungen bei einer Hebamme oder einer Ärztin/einem Arzt durchführen lassen wollen – wie das in vielen anderen Ländern üblich ist. Österreichischen Frauen bleibt nur der Gang in die Arztpraxis.

Dabei wären Hebammen von Berufswegen die idealen Ansprechpartnerinnen für werdende Mütter. Sie könnten eine Schwangerenfürsorge leisten, die sich mütterzentriert und hebammengeleitet an den tatsächlichen Bedürfnissen der Frauen orientiert, deren Stärken fördert und im Bedarfsfall in ärztliche Betreuung überweist.

So würden nur die Frauen ärztliche betreut und überwacht werden, die tatsächlich Bedarf an dieser kostspieligen Form der Schwangerenvorsorge haben. Alle anderen Frauen wären mit der Hebammenbetreuung gut beraten. Ein Kapitel, in dem Hebammen und auch Mütter von ihren ganz persönlichen Erfahrungen berichten, rundet das Buch ab.

 

Welche Hindernisse haben werdende Mütter heutzutage zu überwinden auf dem Weg zu einer selbstbestimmten und positiven Geburtserfahrung?

Ich glaube ganz ehrlich, dass es den Frauen nicht leicht gemacht wird, selbstbestimmt zu gebären.

Wir alle sind in einem Medizinsystem sozialisiert, das Schwangerschaft und Geburt als krankhafte Prozesse definiert. Das steckt in uns allen drin. Das wird auch von der Gesellschaft so transportiert. Wir sehen das im Fernsehen, im Kino. Wir hören davon in unserem Freundeskreis. Die wenigsten von uns haben positive Bilder von Geburten im Kopf, wenn wir selbst zum ersten Mal schwanger sind.

Diese kulturell geprägten Vorstellungen im eigenen Kopf müssen erst einmal überwunden werden, um überhaupt die Möglichkeit denken zu könne, dass meine Geburt schön, positiv, selbstbestimmt sein könnte. Habe ich erstmal die Schranken im eigenen Denken überwunden, dann ist der Weg zur positiven Geburtserfahrung zwar immer noch nicht frei, aber der Blick weitet sich.

Den Schwangeren stehen abseits der ausgetretenen Trampelpfade zwischen Arztpraxis und Kreißsaal viele Möglichkeiten offen. Eine Frau muss einfach sehr genau wissen, was sie will und worauf sie eher verzichten möchte, um Alternativen geboten zu bekommen.

Ich hab das Gefühl, es geht dabei ganz stark um Selbstermächtigung.

Denn die Gesellschaft scheint keinen besonders großen Wert darauf zu legen, dass Frauen gestärkt und kraftvoll aus ihren Geburtserfahrungen kommen.

Hinzu kommt, dass Leistungen abseits des ärztlichen Angebotes (zumindest teilweise) privat finanziert werden müssen. Das betrifft beispielsweise eine hebammenbetreute Schwangerenvorsorge, die Finanzierung der Hausgeburt oder aber auch der Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme. Für einkommensschwache Haushalte kann das ein großes Hindernis auf dem Weg zur positiven Geburtserfahrung sein.

 

Gibt es Deiner Meinung nach einen Zusammenhang zwischen der Qualität und Tiefe der Schwangerenvorsorge und der Vorbereitung auf die Geburt und der dann folgenden Geburtserfahrung?

Ja, unbedingt! Im Moment ist es doch so, dass schwangere Frauen in ständiger Angst vor unzureichenden Untersuchungsergebnissen leben. Es wird ständig überwacht und kontrolliert, auffällige Befunde sind (obwohl sie sich im Nachhinein oft als falsch oder belanglos herausstellen) keine Seltenheit.

Bei den Schwangeren entsteht da ganz leicht ein Gefühl der Angst. Zweifel machen sich breit.

Die Schwangerschaft ist heute keine Zeit der guten Hoffnung mehr, sondern ein Spießrutenlauf von Arztbefund zu Arztbefund. Der Fokus liegt im Auffinden von sogenannten Risikofaktoren. Das Pathologische liegt im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Dass das die Frauen nicht unbedingt in ihre Kraft führt, ist logisch.

Eine Schwangerenvorsorge, die die Gesundheit der Frauen und Kinder ins Zentrum rücken würde, wäre als Vorbereitung auf eine selbstbestimmte Geburt wesentlich hilfreicher.

Es ist doch so, dass ich, wenn ich mich während der gesamten Schwangerschaft als hilfloses und krankhaftes Wesen wahrnehme, das nicht in der Lage ist, das Kind im Inneren des Körpers eigenständig wachsen und gedeihen zu lassen und für diesen Vorgang medizinische Überwachung und Unterstützung braucht, bei der Geburt dann nicht plötzlich Heldinnenkräfte entwickeln werde.

Die ärztlich überwachte Schwangerschaft zwingt uns in eine Situation, in der wir es als normal wahrnehmen, dass sogenannte Experten und Expertinnen über uns und unseren Körper, über unsere ungeborenen Kinder urteilen und darüber bestimmen, was gut für uns ist.

Das führt dazu, dass Frauen zunehmend das Gefühl haben, von einer männerdominierten Apparatemedizin abhängig zu sein, wodurch sie bestmöglich auf eine interventionsreiche und schmerzhafte Geburt vorbereitet werden, die sie ohne medizinische Hilfe nicht bewältigen können. Und dann kommen eben diese Ärzte/Ärztinnen, die den Frauen zuvor die Kompetenzen, was ihren Körper und ihre Schwangerschaft betrifft, abgesprochen haben und „retten“ die armen, gebärunfähigen Frauen aus ihrer misslichen Lage.
Hebammenbetreuung während der Schwangerschaft?

Das ist heute leider eher die Ausnahme, obwohl wir inzwischen wissen, dass eine bedürfnisorientierte und frauenzentrierte Begleitung in der Schwangerschaft bereits den Grundstein für eine positive und kraftvolle Geburtserfahrung legt. Auf dem Sektor der Geburtsvorbereitung tut sich aber einiges, um diese Lücke zu füllen. Gute Kurse zur Vorbereitung auf die Geburt können eine Stütze sein, um Frauen in ihre Kraft zu führen und glückliche Geburten möglich werden zu lassen.

 

Vielen Müttern wird Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, wenn sie selbstbestimmt ihren eigenen Weg durch Schwangerschaft und Geburt gehen, also wenn sie z.B. eine Hausgeburt planen, einige oder alle Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen ablehnen oder sich sogar auf eine Alleingeburt vorbereiten. Wie siehst Du den Spannungsbereich zwischen Selbstverantwortung und Sicherheit, zwischen Selbstermächtigung und dem Wunsch nach Absicherung?

Das schließt sich nicht gegenseitig aus. Selbst Verantwortung zu tragen, bedeutet ja nicht, sich oder das Kind zwangsläufig in Gefahr zu bringen.

Selbstverantwortung ist nicht verantwortungslos. Ich nehme sie nur selbst in die Hand und übergebe sie nicht einer fremden Person. Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass ich mir Hilfe oder Unterstützung von außen hole, wenn ich das Bedürfnis danach habe.

Ich habe das Gefühl, dass gerade Frauen, die sehr kritisch sind und sich abseits der Normen bewegen, besonders verantwortungsvoll agieren. Sie tragen die Verantwortung selbst und sind sich dessen auch bewusst. Das ist der eine Aspekt.

Der andere Aspekt ist, dass die „Sicherheit“ von der wir hier sprechen, ja nur eine scheinbare Sicherheit ist. Brav jede Untersuchung durchführen zu lassen, bedeutet nicht automatisch, dass ich mir dadurch irgendeine Art von Sicherheit für ein gesundes Baby oder einen problemlosen Schwangerschaftsverlauf erkauft habe. Das wird aber leider oft vergessen.

Da wird die Kontrolle und Überwachung mit Sicherheit gleichgesetzt. Die gibt es aber einfach nicht. Schwangerschaft und Geburt sind Lebensbereiche für die es einfach keine Garantie gibt. Auch die ständige ärztliche Kontrolle kann daran nichts ändern.

Aber wenn eine Frau das Bedürfnis hat, sich permanent überwachen zu lassen und ihr das ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, dann ist es ihr gutes Recht, diese Dienste auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt eben beides: Frauen, die sich sicher und geborgen fühlen, wenn sie sich auf ihren eigenen Instinkt verlassen und die sich von den ständigen Untersuchungen gestresst und verunsichert fühlen, und Frauen, die genau diese Bestätigung von außen brauchen, um sich sicher und gut zu fühlen. Beides hat seine Berechtigung.

 

Meinst Du, dass es ein Interesse daran gibt, Frauen in ihrer Kraft und Selbstbestimmung zu behindern? Und warum ist das Thema Schwangerschaft und Geburt eigentlich im modernen Feminismus so wenig vertreten?

Es gibt da dieses chinesische Sprichwort:

„Wenn schlafende Frauen erwachen, werden sich Berge bewegen!“

Frauen sind kraftvolle und mächtige Wesen. Wir tragen das Potenzial in uns, die Welt zu verändern. Jeden Tag.

Es ist jede/r selbst dazu aufgerufen, sich darüber Gedanken zu machen, wer oder was ein Interesse daran haben könnte, dass Frauen weiterschlafen und ihr Potenzial nicht zur Entfaltung bringen.
Zu deiner zweiten Frage: Der Feminismus hat meines Erachtens ein Problem mit schwangeren und gebärenden Frauen, weil diese deutlich auf etwas hinweisen, was Feministinnen gerne verdrängen: Mann und Frau sind (körperlich) nicht gleich! Gleichwertig, ja.

Aber dann kommen diese Frauen und machen etwas ganz Absurdes: Sie lassen Leben in ihren Bäuchen wachsen! Sie gebären Kinder! Sie nähren diese Kinder an ihrem Busen!

Das passt nicht mit dem Bild der gleichgestellten Karrierefrau zusammen, die sich an männlichen Rollenbildern orientiert, um in dieser männerdominierten Welt ganz nach oben zu kommen und erfolgreich zu sein.

Und ganz ehrlich: Ich hab nicht das Gefühl, dass Frauen besonders solidarisch sind. Da wird die eine dafür kritisiert, dass sie sich „alten Rollenbildern“ unterwirft (auch wenn sie das vielleicht gerne und aus freien Stücken macht), die andere wird schief angeschaut, weil sie von ihrem Kind mit Wunschkaiserschnitt entbunden wurde und es nach wenigen Monaten in der Krippe abliefert. Auch das ist nämlich Selbstbestimmung!

 

Was magst Du den schwangeren Mamas raten, die bereit sind, die Hindernisse zu überwinden, um eine selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt zu erleben?

Informiert euch, sucht Gleichgesinnte und Menschen, die euch in euren Plänen und Wünschen unterstützen.

Sucht euch eine Hebamme.

Habt Mut auch gegen den Strom zu schwimmen.

Vertraut eurer Intuition und hört auf das Kind in eurem Bauch.

Wenn schlafende Frauen erwachen, bewegen sich Berge

Doris Moser

Autorin

Doris Moser ist Medizinanthropologin, Autorin und zweifache Mutter. Ihr Buch „Schwangerschaft schafft Heldinnenkraft“ stärkt die Eigenverantwortlichkeit der Frauen, in „Der überwachte Bauch“ nimmt sie die gängige ärztliche Schwangerenvorsorge kritisch unter die Lupe und deckt Lücken auf.

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Vorfreude und Inspiration

Vorfreude und Inspiration

Von Isabella Ulrich – Instinctive Birth

“Wie du die Geburt deines Kindes erlebst, hängt sehr stark davon ab, mit welcher inneren Haltung du diesem Ereignis begegnest.

 

Die meisten Frauen entwickeln in der Schwangerschaft eine Art „Augen zu und durch“-Einstellung.

Das mag für den Augenblick eine Lösung sein, um sich nicht mit angstvollen Gedanken herumschlagen zu müssen;

um die Geburt selbst jedoch auf positive Weise und aus eigener Kraft bewältigen zu können, ist es wichtig, dich frühzeitig und bewusst mit dem Thema Geburt sowie den dir zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen auseinanderzusetzen.

Eine Geburt kann mit dem Erklimmen eines Achttausenders verglichen werden.

Ohne eine entsprechende körperliche und mentale Vorbereitung, das richtige Equipment und die passende Seilschaft, hilft auch das größte Durchhaltevermögen nicht weiter.

Mit der „Augen zu und durch“-Devise schafft man es dann bestenfalls ins Basislager – den Kreißsaal, wenn man so will.

Von dort weg ist man auf den Gutwillen und das Know-how anderer Menschen angewiesen, so man nicht in den Seilen baumeln will.”

(Auszug aus Isabellas neuem Buch ‘Instinctive Birth’; Kapitel ‘Vorfreude und Inspiration’)

Für den Adventskalender verschenkt Isabella nun ein ganzes Kapitel ihres neuen Buches ‘Instinctive Birth’!

 

 

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'Instinctive Birth' von Isabella Ulrich
Isabella Ulrich

Isabella Ulrich

Instinctive Birth

Kursleiterin: INSTINCTIVE BIRTH Kurse und Seminare, Yoga für die Geburt

Dipl. Elternbildnerin (FAMAK Graz) – Schwerpunkt Schwangerschaft, Geburt, Vorbereitung auf das Elternwerden und intuitives Elternbewusstsein

Doula

Buchautorin

Dipl. Klinische Ayurveda Therapeutin und Yogalehrerin

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Blessingway – in Liebe baden

Blessingway – in Liebe baden

Von Doris Moser – Rote Mondin 

Eine wunderbare Möglichkeit, sich auf die bevorstehende Geburt einzustimmen und sich von der Schwangerschaft zu verabschieden, ist die Durchführung einer Blessingway Zeremonie.

Zu diesem Zweck kommen Freundinnen, weibliche Verwandte, die Hebamme und Doula zusammen, um die werdende Mutter auf ihrem Weg zu segnen und sie in Liebe zu baden.
Blessingway Zeremonien folgen keinem vorgeschriebenen Weg.

Jede Frau, jede Planerin, jede Teilnehmerin bringt einen Teil ihres eigenen Lebensweges mit ein.

Bei der Durchführung soll vor allem auf die Wünsche, die individuellen Bedürfnisse, die Vorstellungen und Voraussetzungen der zukünftigen Mutter geachtet werden, um sie damit zu ehren und zu segnen.

Deshalb gibt es kein genaues Rezept, an das man sich unbedingt halten muss.
Die Sammlung der verschiedenen Ritualbestandteile ist nicht als starre Anweisung gedacht, sondern die einzelnen Aspekte sollen als Grundzutaten verstanden werden, aus denen man passende Bestandteile auswählen kann und mit eigenen kreativen Ideen zu einem harmonischen Konzept zusammenmischt.

Solange das Herz und das Gefühl im Vordergrund stehen und das persönliche Lebenswissen in die Planung und Durchführung der Feier des „gesegneten Weges“ mit eigebracht werden, können die Herzen und Seelen aller Beteiligten gemeinsam schwingen.

  • Reinigung:

Am Beginn jedes Rituals kann es sinnvoll sein, den Raum und die Teilnehmerinnen zu „reinigen“.

Dazu eignet sich eine Räucherung mit Salbei. Viele Schwangere sind bekanntlich sehr geruchsempfindlich, daher kann alternativ auch mit Wasser gereinigt werden.

Dazu wird etwas Meersalz oder ätherisches Rosenöl in eine Schüssel mit Wasser gegeben und die Teilnehmerinnen werden mit einigen Tropfen Wasser besprenkelt.

  • Vorstellungsrunde

Dies dient dazu, eine Verbindung unter den Frauen zu schaffen.

Eine Frau beginnt mit den Worten: „Ich bin Marion, die Tochter von Ernestine, die Enkeltochter von Maria, die Urenkelin von Katharina. Ich bin die Mutter von Victoria, Eric und Lennard – von Frauen wurden wir in diese Welt geboren, von Frauen wurden wir in diesen Kreis geboren und ich reiche meiner Schwester die Hand.“

Dann kommt die nächste Frau mit ihrem Namen, dem Namen ihrer Mutter usw. an die Reihe – bis der Kreis geschlossen ist.

  • Geburtskette:

Das gemeinsame Anfertigen einer Geburtskette verbindet die Schwangere auf unvergleichliche Weise mit ihrer Familie, mit ihren Freundinnen und Liebsten.

Die Kette spiegelt die Kraft und Stärke der Gemeinschaft wieder.

Die Perlen sind die Stellvertreter der Segnungen und Wünsche der Frauen für Mutter und Kind und werden mit dem Auffädeln auf einem Band sichtbar gemacht.

Alle Teilnehmerinnen der Blessingway Zeremonie werden gebeten ein oder zwei Perlen für die werdende Mutter mitzubringen.

Das Schöne dabei ist, dass auch nicht anwesende Freundinnen oder Familienmitglieder eine Perle mit Wunsch zur Feier mitschicken können und damit auch zum Teil der stärkenden Frauengemeinschaft werden.

Die Perlen werden auf einem Band aus Stoff oder Leder aufgefädelt und dabei wird der Segen und/oder Wunsch für Mutter und Kind ausgesprochen.

  • Kerzen:

Zuerst bekommt die werdende Mutter eine am Docht verbundene Doppelkerze, die sinnbildlich für sie und das Baby steht.

Durch das Entzünden und Trennen der Kerzen bereitet sie sich aktiv auf die bevorstehende Abnabelung von ihrem Kind vor.

Alle anwesenden Frauen entzünden dann ihre selbst mitgebrachten Kerze an einer dieser brennenden Kerzen und sprechen einen kurzen Segenswunsch für das Baby (Liebe, Glück, Weisheit, Reichtum…).

Die Kerzen bleiben bei der Mutter und werden bei den Eröffnungswehen oder auch während einer Hausgeburt wieder angezündet.

Damit kann sich die Mutter in den Wochen vor der Geburt und während der Geburt jederzeit an die positiven Gedanken und Wünsche der Familie, Freundinnen und Nachbarinnen erinnern und sich diese positiven Energien zur Unterstützung heranziehen.

  • Fußbad:

Mit einem Fußbad werden die Füße gereinigt, gesegnet und auf die Reise für die Geburt vorbereitet.

Die Mutter lernt dabei sich den liebevollen Händen von anderen zu überlassen und dabei Entspannung und Vertrauen zu spüren.

Dieses Vertrauen in andere Hände, die ihr den Rücken oder den Körper massieren und ihr damit Möglichkeiten der Entspannung bringen, kann sie durch die Geburtswellen tragen.

Deshalb ist es besonders schön, wenn die Fußwaschung von der Hebamme oder Doula durchgeführt wird.

Es ist dies eine Erinnerung an die sanfte Hilfestellung, die sie während der Geburt leisten können.

Aber auch die eigene Mutter, Schwester oder eine gute Freundin sind natürlich bestens geeignet die Schwangere – eventuell auch noch nach der Blessingway Feier – mit einem Fußbad, mit einer Massage zu verwöhnen.

  • Handmassage:

Falls die Vorstellung von Berührung und Massage der Füße bei der zukünftigen Mutter eher unangenehme Empfindungen hervorruft, ist die Massage der Hände vielleicht eine gute Alternative.

Das Baby wird bald in den Armen der Mutter liegen, ihre Hände werden viele neue Aufgaben (Streicheln, Baden, Massieren, Füttern, Wickeln …) übernehmen.

Durch ein Bad im warmen Wasser, durch die liebevolle Massage der Finger, Knöchel, Handflächen und der Handgelenke mit Maismehl und Öl werden die Hände auf diese wunderbaren Aufgaben vorbereitet.

Durch diese achtsame und segnende Aufmerksamkeit wird den Händen somit ein gebührender Dank für diese Arbeit ausgesprochen.

  • Blumenkrone:

Um den besonderen, ehrenvollen Platz der Schwangeren in der Gruppe hervorzuheben, kann sie mit einem Blumenkranz „geschmückt und gekrönt“ werden.

Der Kreis des Kranzes steht stellvertretend für die Liebe, Freundschaft und Gemeinschaft der Anwesenden, für Geburt und für den Kreis des Lebens.

Die Kräuter, Blumen und Blätter erinnern uns an die Kraft der Natur und daran, dass Geburt ein natürlicher Prozess ist.

Der Blumenkranz wird am besten mit Pflanzen der Saison aus Garten, Wald, Wiese oder einem Blumengeschäft gebunden.

Efeu ist das ganze Jahr über zu finden, seine langen biegsamen Ranken lassen sich leicht ineinander verflechten.

Die restlichen Kräuter, Blüten und Blätter können dann zu kleinen Büscheln gebündelt, und mit einem Faden oder dünnen Draht auf den Grundkranz angebunden werden.

Alternativ dazu können die Blumen und Blätter mit einer Heißklebepistole auf einem Haarreifen befestigt werden.

Der Blumenkranz kann nach der Blessingway Feier getrocknet und bis zur Geburt aufgehoben werden.

  • Ein Netz weben:

Die Zusammenkunft der Frauen bei einer Blessingway Feier kann mit dem Ritual des Netzwebens gestärkt und gefestigt werden.

Dabei wird ein Wollknäuel in beliebiger Farbe – rote Bänder werden als die Farbe der Frauen und Mütter jedoch oft bevorzugt – zuerst ein- oder mehrere Male (locker!) um das Handgelenk der Schwangeren geschlungen.

Dann wird die Wolle entweder im Kreis (symbolisiert die Gleichheit, den Anfang und das Ende) oder kreuz und quer als Netz (symbolisiert die unterschiedlichen Stärken und Verbindungen der Gruppe) von einer Frau zur anderen gereicht.

Solange der Wollball in der Hand einer Person ist, kann er sozusagen als „Talking Stick“ verwendet werden. Sie darf (ohne Unterbrechung der anderen) über die Dinge, die ihr am Herzen liegen, reden, Wünsche und Segenssprüche äußern.

Am Ende ihrer Rede, oder auch wortlos, wickelt sie sich den Faden um das Handgelenk und gibt das Knäuel an die nächste ab.

Sobald sich alle Frauen miteinander vernetzt und verwoben haben, kommt die Wolle wieder zur Schwangeren zurück.

Der Wollfaden zwischen den einzelnen Frauen wird nun abgeschnitten und die zukünftige Mutter darf die wollenen Armbänder ihren Mitschwestern verknoten.

Damit nimmt die Verbindung zur Schwangeren und zu den anderen Frauen Gestalt an.

Dieses Armband bleibt bis zur Geburt an den Handgelenken befestigt und wird – wenn die Mutter sich dies wünscht – zu Beginn der Wehen mit Glück und Segenswünschen für die Geburt abgeschnitten.

Dabei ist es hilfreich eine Liste mit Telefonnummern für einen kurzen Anruf oder ein SMS anzulegen.

  • Wiegen:

Eine weiteres Verwöhnritual und eine Übung der vertrauensvollen Hingabe ist das Wiegen und Schaukeln der Schwangeren.

Sie muss sich dabei völlig den Händen von anderen überlassen, sie muss sich auf das liebevolle Auffangen von ihrer Familie und Freundinnen einlassen.

Dies ist eine wunderbare Vorbereitung auf die Geburt und auf die Zeit danach.

Die Annahme von Hilfe und Unterstützung durch andere muss oft erst gelernt werden.

Die meisten Frauen sind sehr gut im Geben und Helfen und darin, für andere da zu sein. Das Nehmen und Bekommen ist jedoch oft mit einem zwiespältigen Gefühl gekoppelt.

Vor allem frischgebackene Mütter haben oft den Ehrgeiz alles alleine und aus eigener Kraft schaffen zu wollen.

Das Wiegen und Schaukeln vermittelt der Schwangeren Geborgenheit.

Sie macht die Erfahrung, dass es gut tut von anderen bemuttert zu werden.

Dies ist vor allem im Hinblick auf die notwendige Kraft, die sie in das Versorgen und Bemuttern ihres Babys stecken wird, sehr hilfreich. Sie schenkt anderen ihr Vertrauen und erinnert sich später daran, dass auch sie von anderen gehalten, gestützt und versorgt werden kann.

Die Mutter legt sich auf eine starke Decke, die von den anderen Teilnehmerinnen sanft angehoben und vorsichtig geschaukelt wird.

Eine weitere Möglichkeit ist das Wiegen auf den verschränkten Armen der Anwesenden. Dazu müssen sich mindestens drei Frauenpaare gegenüberstehen und sich fest an den Handgelenken umfassen.

Die Schwangere wird dann dazu eingeladen, sich auf das starke Bett aus Händen zu legen. Zwei weitere Frauen kümmern sich mit ihren Händen liebevoll um den Kopf und die Füße.

Wenn sie sich sicher getragen fühlt, kann sie auch sanft geschwungen werden. Dies kann in Stille geschehen oder mit einem Lied begleitet werden.

Es soll darauf geachtet werden, diesem Ritual genügend Zeit zur Verfügung zu stellen. Die Mutter braucht vielleicht eine Weile bis sie sich dem Gefühl der Wärme, der symbolischen Schwerelosigkeit, der Gemütlichkeit des Getragen werden, hingeben kann.

  • Wünsche und Segenssprüche:

Ein spezielles Gedicht, ein Gebet, ein Lied, das Festhalten von eigenen Worten, Wünschen und Gedanken sind wundervolle Geschenke an Mutter und Baby.

Dabei kann jede Teilnehmerin der Blessingway Zeremonie ihren Wunsch, ihren Segensspruch, ihren Gedanken auf einer liebevoll gestalteten Karte festhalten und mitbringen.

Es wird dabei zum Ausdruck gebracht, was ihr am Herzen liegt, welchen Segen sie der neuen Familie mit auf den Weg geben möchte.

Vielleicht übernimmt jemand die Aufgabe, ein schönes Erinnerungsalbum mit Fotos und diesen Karten zu gestalten.

Das Aussprechen der Wünsche, das Singen von Liedern kann mitunter sehr lange dauern, da dabei oft Gefühle und Emotionen hochkommen und diesem Prozess genügend Zeit gegeben werden soll.

Auch die Schwangere bekommt in dieser Runde dabei die Möglichkeit zum Sprechen, sie kann dabei ihrer Freude und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen.

  • Feiern:

Fast alle großen Zeremonien und Rituale werden mit einem gemeinsam gefeierten Fest beendet.

Das gemeinsam eingenommene Mahl in einer lockeren, liebevoll gestalteten Umgebung ist ein wichtiger Part und ein wertvoller Abschluss jeder Blessingway Feier.

Es ermöglicht den Teilnehmerinnen einen fließenden Übergang ist den normalen Alltag.

Wenn das Fest gemeinsam mit den Kindern und Männern gefeiert wird, ist es auch ein freudiges Zurückkommen in den Schoß der Familie.

Um den Arbeitsaufwand für eine einzelne Person so gering wie möglich zu halten, werden die Speisen und Getränke von der ganzen Gruppe zur Verfügung gestellt.

Jeder bringt einen Teil für die Testtafel mit. Somit gibt es mit den verschiedenen Köstlichkeiten für jede eine Überraschung und es können sich alle gleichzeitig verwöhnt und umsorgt fühlen.

lebensreise-lebenskreise
Ausführliche Informationen und viele weitere Ideen sind im Buch „Lebensreise – Lebenskreise. Rituale und Bräuche rund um die Geburt“ von Doris Moser (www.rotemondin.com) und Marion Strohmaier (www.frauenzeit.at) zu finden.
Doris Moser

Doris Moser

Rote Mondin

Doris Moser ist Kultur- und Sozialanthropologin, Autorin und zweifache Mama.

Die eindrucksvolle Erfahrung der Geburt ihrer eigenen Kinder hat in ihr den Wunsch reifen lassen, andere Frauen in dieser besonderen Lebensphase zu begleiten.

Als Geburtsaktivistin und Vortragende widmet sie sich verstärkt der Aufklärung werdender Mütter und setzt sich aktiv für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ein.

Hier geht es zur Roten Mondin!

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Hauptsache gesund? Über den Kaiserschnitt

Hauptsache gesund? Über den Kaiserschnitt

Von Kristina Wierzba-Bloedorn – Bauchgeburt

Seit ich bauchgeburt.de veröffentlicht habe, erreichen mich jeden Monat Telefonanrufe und E-Mails von Frauen, die mir Fragen stellen und mir ihre Geburtsgeschichten erzählen und dies leider oft unter Tränen.

Als ich vor fast 9 Jahren meinen Sohn ungeplant durch einen Kaiserschnitt zur Welt brachte, hätte ich mir auch sehr gewünscht, so viele wichtige Informationen an einer Stelle im Netz finden zu können.

Es gab zu diesem Zeitpunkt in meiner Stadt noch nicht mal eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit traumatischen Geburten oder speziell für Kaiserschnittmütter.

Auch das örtliche Geburtshaus sagte mir, dass sie sich mit der “Pathologie” nicht beschäftigen möchten und es höchstens die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einer Sozialpädagogin geben würde, deren Dienste ich allerdings selber bezahlen müsste.
9 Jahre später erscheint mir die Lage noch viel schlimmer: durch die Schließung von immer mehr kleineren Geburtsabteilungen und der Verlust vieler freiberuflicher Hebammen provoziert unser System weiterhin und zunehmend mehr traumatische Geburtsverläufe.

Und weil Frauen, die mit ihrem Geburtserlebnis hadern, in unserer Gesellschaft ein Tabu sind und wenig akzeptiert werden, haben es trauernde Frauen noch schwerer.

Wenn auch Du eine Geburtsreise hinter Dich gebracht hast, die ganz anders war, als Du es Dir erhofft und ersehnt hast, dann fragst Du Dich vielleicht, was dies langfristig für Dich und Dein und Euer Leben bedeuten wird.

Du fragst Dich vielleicht, ob Du versagt hast, wenn Deine Kinder ungeplanter Weise durch einen Kaiserschnitt geboren wurden.
Aber nicht Du bist die Versagerin.

Es ist unser geburtshilfliches System und all die Menschen, die Dir respektlos und unsensibel gegenüber Deinen Bedürfnissen begegnet sind!

Bei einer Geburt gibt es nur eine Frau, die zur Mutter wird und ein Kind, welches den Weg in diese Welt findet.

Vielleicht gab es aber auch eine absolute Kaiserschnittindikation bei Euch.
Und bestimmt sagen Dir alle Menschen, dass Du dankbar und glücklich sein sollst, weil Du ein gesundes Kind hast.
Frauen können aber dankbar sein für ihr Kind und dennoch traurig, dass die Geburt so anders war, als sie sich erhofft hatten.

“Hauptsache gesund!” – das waren die Worte, die ich immer wieder zu hören bekam und die so wenig hilfreich waren. Ich habe mich oft gefragt, warum allein das physische Überleben für manche Menschen zählt – gerade weil heute so wenige Kaiserschnitte auschließlich gemacht werden, um Frauen und Kinder vor dem sicheren Tod zu retten.

Die Verarbeitung eines traumatischen Geburtserlebnisses verläuft ähnlich wie der Prozess, den Menschen durchlaufen, wenn ein Angehöriger verstirbt.

Und Trauer ist ein wichtiger Teil auf dem Weg zu Heilung.

Wie unsensibel wäre es, einem Menschen zu sagen, dessen Partner gerade verstorben ist, dass er froh sein soll, dass er noch am Leben ist und es schließlich noch andere Männer und Frauen auf der Erde gibt?

Tränen und auch Wut können hilfreich sein.

Denn erst wenn wir dies zulassen, ist der Weg frei und klar(er) für eine weitere Geburtsreise.

Die Trauer um den Verlust eines Geburtserlebnisses ist sinnvoll.

So seltsam dies klingen mag. Wir sind ja Menschen und es ist gut und richtig, wenn wir uns unseren Gefühlen stellen und sie zulassen. Tränen sind dabei wie eine Reinigung.

Es wird diese Momente der plötzlichen Erinnerung immer wieder geben.

Vielleicht magst Du Dir einen “Erste Hilfe-Koffer” für solche Situationen anfertigen?

Keine Angst, dies erfordert keine großen künstlerischen Fähigkeiten.

Du kannst dafür einen kleinen Kinderschuhkarton mit Papier bekleben. Alternativ hilft auch ein fertig gekauftes Kästchen oder eine Dose etc. , die Du bereits besitzt.

Hinein legst Du Dinge, die Dich stützen und trösten, wenn es Dir schlecht geht und Dir Mut machen können.

Möglich ist z.B. ein Foto oder Kleidungsstück Deines Kindes. Auch Duftöl oder Seife oder getrocknete Blüten oder ein Talisman oder Gedichte sind möglich. Sei kreativ.
Du könntest auch eine nahe Freundin bitten, Dir das Kästchen zu füllen, wenn Du selber Dich zu kraftlos dafür fühlst.

Wenn es Dir schlecht geht mit den Erinnerungen an die Geburt Deines Kindes und sich Dein Blick eingeengt anfühlt, wenn es sich anfühlt, als wäre da keine Hoffnung – dann möchte ich dir Mut zusprechen: es gibt auch für Dich die Chance auf Heilung und Befreiung von diesen Gespenstern, die Dich quälen!

Und denk immer daran: DU allein warst es, die ihr Kind diese ganzen Wochen und Monate im Bauch getragen und hat wachsen lassen.

DU allein warst es, die das Kind geboren hat.

An diesem Punkt wirst Du vielleicht zweifeln.

Ich habe Frauen erlebt, die nie das Gefühl hatten, dass sie es waren, die ihr Kind geboren haben.

Aber ich frage Dich, durch wessen Körperöffnung Dein Kind geboren wurde?

War das der Bauch oder die Scheide eines anderen Menschen?

Es war vielleicht ungewollt oder erzwungen oder sogar gewaltsam oder vielleicht ganz anders, als Du es Dir erhofft und gewünscht hast.

Und JA – der Arzt/die Ärztin hat einen tiefen Bauchschnitt gemacht (oder mit der Saugglocke an dem Kopf Deines Kindes gezogen).

Aber es war Dein Körper, der dieses Wunder vollbracht hat und es war DEIN Körper, der tiefe Wunden hat zumindest äußerlich wieder verheilen lassen.

DU hast Dein Kind genährt, es getragen und getröstet und in den Schlaf gewiegt.

Wie auch immer die Geburt verlaufen ist: immer ist es die Mutter, die den größten und wichtigsten Anteil hat.

Und genau DAS kann selbst die traumatischste Geburt einer Frau niemals nehmen.

Heilung bedeutet nicht, dass Du Deine Verletzungen nicht mehr spürst. Diese tiefen Wunden werden weiter zu Dir gehören, – aber ohne dass sie Dich am Leben hindern.

In diesen Wunden liegt sogar die Chance, dem Leben neu zu begegnen.

Lebendigkeit wird daraus wachsen, wie eine Quelle des Lebens, aus der Du schöpfen kannst.

Da wo Du verwundet wurdest, wirst Du sensibel sein für die Menschen um Dich herum, dort wirst Du achtsam reagieren, wenn sie von ihren Wunden erzählen.

Dort kommst Du in Berührung mit Dir selbst.

2007 bin ich mit meiner Schwester und meinem 2. Baby nach Graz gefahren.

Fast 1000 km quer durch Deutschland bis nach Österreich.

Ich traf dort Ina May Gaskin und konnte mit ihr über die Geburt meines zweiten Kindes sprechen.

Auf der Suche nach Antworten, hat sie mir eine sehr einfache Frage gestellt: “War die Atmosphäre im Geburtsraum so, dass Du das Gefühl hattest, hier geht es mir gut? Hast Du Dich als Königin gefühlt?”

Ich konnte das nur mit NEIN beantworten.

Diese eine Frage hat mein Leben völlig verändert.

Und mir die Augen geöffnet.

Obwohl ich umgeben war von vielen Menschen, war ich dennoch sehr einsam.

Denn wenn Frauen nicht liebevoll behandelt werden und sie keinen Respekt erfahren während eines so sensiblen Prozesses, können Geburten traumatisch verlaufen.

Der Körper handelt dabei großartig: bei Gefahr schützt er das ungeborene Kind und will es der Umgebung nicht preisgeben.

Besonders durch diese eine Begegnung 2007 und die Auseinandersetzung mit mir selber, konnte ich sehr gezielt dafür sorgen, in der dritten Geburt all das zu erschaffen, was es mir ermöglicht hat, aus eigener Kraft und in Liebe zu gebären.

Denn dass ich vaginal gebären kann, daran hatte ich nie einen Zweifel.

Und wenn Ihr mit einem weiteren Kind schon in Gedanken spielt, dann tragt Ihr die Hoffnung schon in Euch.

Seid mutig und geht auf die Suche. Auch VBAC`s sind möglich.

Kristina Wierzba-Bloedorn

Kristina Wierzba-Bloedorn

Bauchgeburt

Kristina Wierzba-Bloedorn ist Jahrgang 1977, Mutter dreier Kinder, Doula und Stillberaterin.

Sie ist Veranstalterin des Kölner GeburtsTags, ein Aktionstag rund um die Geburt und lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Köln.
www.bauchgeburt.de

Hier geht es zu Kristinas Website und Bauchgeburt!

Willkommen auf meinem Blog!

Hallo! Ich bin Nina und Dein Birth Coach und Mama Mentor.

Auf diesem Blog wirst Du immer wieder wertvolle Beiträge über Schwangerschaft, Geburt und Mama-Sein bekommen, die Dir Mut machen sollen, Dich inspirieren sollen und Dir zeigen sollen, dass Du sehr wohl dazu in der Lage bist, selbstbestimmt zu gebären und ein erfülltes Mama-Leben zu führen.

Hier erfährst Du mehr über mich und über Dich…

Aktuell bei Geburt und Mama-Sein:

Selbstbestimmt, angstfrei und entspannt in die Geburt

In diesem kostenlosen dreiteiligen Online Workshop lernst du die wichtigsten Punkte, die eine positive Geburtserfahrung möglich machen.

'Wege aus dem Trauma' Webinar

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'3 Schritte zur angstfreien, entspannten Geburt'

In diesem kostenlosen JoNi Basis Workshop erklären dir Jobina Schenk von ‘Meisterin der Geburt’ und Nina Winner von ‘Geburt und Mama-Sein’ wie du die Geburtserfahrung, die du dir wünschst, manifestieren kannst.

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Der SOULMAMA Tribe

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Hier geht es um alle Frauenthemen, die rund um die Zeit der Schwangerschaft, die Vorbereitung auf die Geburt, die Verarbeitung der Geburtserfahrung und das Hineinwachsen in die Mama-Rolle auftauchen.

Die Geburtskerze

Die Geburtskerze

Von Isabella Ulrich – Instinctive Birth

Deine Geburtskerze

 

Die Geburt deine Kindes ist ein mächtiger Übergangsritus.

 

Mit ihm beginnt deine Reise ins Muttersein.

Die Geburtskraft wird dich dabei Welle für Welle über deine vermeintlichen körperlichen und mentalen Grenzen hinaustragen.

Die Bereitschaft zur Hingabe an diese Geburtskraft ist es, was dich dabei zur Mutter reifen lässt, und es deinem Kinder ermöglicht, geboren zu werden.

 

Eine wundervolle Möglichkeit, um die Geburt deines Kindes mit einem bewussten Einlassen auf diesen Prozess zu beginnen, ist, die Geburtskerze für dich und dein Kind zu entzünden.

 

In dieser PDF, die Du Dir gratis downloaden kannst, zeige ich Dir, wie Du eine Geburtskerze für Dich und Dein Baby anfertigen kannst, wann es Zeit ist, sie anzuzünden und was es bedeutet, eine Geburtskerze zu entzünden.

 

Hier kannst Du Dir die PDF über die Geburtskerze holen!

Isabella Ulrich

Isabella Ulrich

Instinctive Birth

Kursleiterin: INSTINCTIVE BIRTH Kurse und Seminare, Yoga für die Geburt

Dipl. Elternbildnerin (FAMAK Graz) – Schwerpunkt Schwangerschaft, Geburt, Vorbereitung auf das Elternwerden und intuitives Elternbewusstsein

Doula

Buchautorin

Dipl. Klinische Ayurveda Therapeutin und Yogalehrerin

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