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Wie heile ich ein Geburtstrauma?

Wie heile ich ein Geburtstrauma?

Themenfokus TRAUMA: 2) Trauma nach Geburt

Wie heile ich ein Geburtstrauma?

 

 

Geburt ist Teil unserer Sexualität.

Sie ist das Endergebnis gelebter Sexualität und braucht die gleichen Rahmenbedingungen, damit sie freudvoll und erfüllend erlebt werden kann. Genauso wie beim Sex brauchen wir nämlich auch bei der Geburt Ungestörtheit, Privatsphäre, Respekt, liebevolle Zuwendung und einfach auch das Gefühl, sicher und geborgen zu sein. Oft genug ist das nicht der Fall.

Die allermeisten Frauen, mit denen ich im Coaching arbeite, haben bereits eine Geburtserfahrung hinter sich, die in vielen Fällen schwierig war und sie als traumatisch erlebt haben.

Wenn sich diese Frauen dann auf eine weitere Geburt vorbereiten wollen, dann muss zuerst einmal das Trauma aufgearbeitet werden.

Es wird wenig über das Geburtstrauma gesprochen und wenn, dann bekommen die Frauen oft das Gefühl, dass dies halt so ist; dass Geburt halt so ist. Es wird eher noch darüber gesprochen, wie man Kindern helfen kann, die traumatische Geburtserlebnisse hatten.

Aber die betroffenen Mütter leiden oft still und ungesehen; meistens auch völlig unverstanden.

In meiner Recherche-Arbeit für mein Traumaheilunsgprogramm ‘Flug der Phönix Frau’ war ich sehr erschüttert darüber, dass das Geburtstrauma in der Liste der verschiedenen Traumata vielerorts gar nicht genannt wurde.

Da Geburt Teil unserer Sexualität ist, kann eine traumatische Geburtserfahrung wirklich so ähnlich wie eine Vergewaltigung oder schwerer sexueller Missbrauch erlebt werden. Und dementsprechend tiefe Wunden verursachen. Es stellt mir wirklich die Haare auf, wenn ich darüber nachdenke, wie Geburten ablaufen und was Frauen da über sich ergehen lassen müssen.

Es wird immer noch angenommen, das Geburt halt so ist;so brutal, so gefährlich, so schmerzhaft, so leidvoll. Es ist gesellschaftlich anerkannt, dass Frauen unter der Geburt leiden. Oft fallen ja auch die Sätze: “Geburt ist halt so. Du wolltest es ja. Du hast es dir ja selbst ausgesucht. Jetzt stell dich nicht so an. Sei froh, du hast ein gesundes Kind. Kein Grund, sich ewig drüber aufzuregen.”

Viele Frauen bekommen da das Gefühl, dass sie besonders schwach sind, weil sie so stark unter der Geburtserfahrung leiden. Sie sehen andere Frauen und denken sich: “Warum kann ich nicht einfach auch wieder zur normalen Tagesordnung übergehen? Warum beschäftigt mich das so und warum leide ich so darunter?”

Ich sage: “Nein, Geburt muss nicht so sein!”

Ich selbst habe es anders erleben können und ich habe genügend Frauen begleitet, die ihr Geburtstrauma auflösen und eine weitere Geburt als heilsam erleben konnten. Deshalb möchte ich das auch gar nicht annehmen, dass “Geburt halt so ist” und Frauen darunter leiden müssen und dass daher dann der Schluss kommt, dass ein Geburtstrauma ja gar kein richtiges Trauma ist.

 

Jedes sexuelle Trauma handelt von einer Grenzverletzung

Für dich, die eine traumatisierende Geburtserfahrung erlebt hat, ist wichtig, dass Du Dir erlaubst, die Wichtigkeit und Schwere dieser Erfahrung anzuerkennen, und Dir zu erlauben, das Trauma mit seiner Aufgabe an Dich anzunehmen.

Jedes sexuelle Trauma handelt von einer Grenzverletzung, die Gefühle wie Scham und Schuld, extreme Isolation und Unverbundenheit mit sich bringt. Die Verletzungen können körperlich sein, wie zum Beispiel bei einem Kaiserschnitt oder auf seelischer Ebene, da in der Kommunikation oft von Anfang an eine Grenzverletzung wie eine Bevormundung stattfindet. Der Frau wird das Gefühl gegeben, dass es zwar ihr Körper ist, in dem das passiert, aber was die Frau braucht, zählt nicht wirklich.

Oft löst ein Geburtstrauma Symptome wie Alpträume, Panikattacken, Herzrasen, Schwindel, Depression, Erschöpfung oder Burn Out aus. Auch chronischen Krankheiten oder chronische Schmerzen können auftreten.

Am belastendsten ist sicher für viele Mamas, dass sie nach einem Geburtstrauma nicht in der Lage sind, Liebe zu ihrem Kind zu empfinden, zumindest nicht so, wie sie es sich gewünscht hätten. Oder sie geben sich selbst die Schuld an ihrem Geburtserlebnis und leben in ständiger Selbstanklage und Scham.

Das ist ein Teufelskreis, da es immer schlimmer und schlimmer wird. Das Gefühl, keine Liebe empfinden zu können, stammt ganz klar von dem Trauma. Denn auf dieses Erlebnis wird eine Art von Schutzpanzer um das eigene Herz gelegt, der vor den ganzen überwältigenden Gefühlen schützen soll. Wenn man sich allerdings vor Emotionen schützen möchte, schützt man sich auch vor den positiven Emotionen, wie Liebe oder Freude. Daher kommt es dann, dass man keine Liebe für sein Kind oder für sich selbst empfinden kann oder keine Lebensfreude mehr spürt.

Das ist oft so belastend, dass auch die Beziehung zum Partner darunter leidet. Das liegt daran, dass die Verletzung eine tiefe Spaltung im Gefühlsleben verursacht hat. Der Schutzmantel soll als Selbstschutz wirken, lässt aber aufgrund der starken Verdrängung Körpersymptome wie Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen entstehen.

Auch der Partner kann von einem Geburtstrauma betroffen sein.

Denn eine Traumatisierung findet immer dann statt, wenn wir in eine lebensbedrohliche Situation kommen, aus der wir uns nicht retten können, in der wir nicht kämpfen oder flüchten können. Hier kommt es zur Erstarrung, das ist wie ein Totstellreflex.

Ich hatte Beitrag zum Thema “Ursachen und Symptome eines Traumas” schon erwähnt, dass es auch zu einer Traumatisierung kommen kann, wenn man Gewalt miterleben muss. Im Falle des Partners unter der Geburt kann dieser sehr wohl in die Situation kommen, in der er hilflos die Gewalttaten an seiner Frau mitansehen muss. Und das in einem sehr intimen, sexuellen Bereich. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf die Partnerschaft. Somit können auch beim Partner im Anschluss an eine traumatische Geburtserfahrung Symptome wie Gefühllosigkeit, Erschöpfung oder Alpträume auftauchen.

 

Bei uns Frauen ist es so, dass unsere Kampf- oder Fluchtreflexe, die unser Körper ganz automatisch in einer Gefahrensituation hat, vereitelt werden. Entweder von uns fremden Personen oder sogar von vermeintlichen Vertrauenspersonen, denen wir unser Intimstes offenbaren sollen, auch wenn sie uns Schmerzen zufügen. Hier wird die Parallele zum sexuellen Missbrauch klar, welches als gleiches Trauma empfunden wird.

Es folgt, dass unsere lebenswichtigen Organe und Energiesysteme in Becken und Unterleib in eine Art Schockzustand geraten, was zu zahlreichen psychologischen, beziehungsrelevanten und/oder körperlichen Problemen führen kann.

Wie kann man ein Geburtstrauma heilen?

Jedes sexuelle Trauma handelt von einer Grenzverletzung.

Das heißt, dass traumatisierte Frauen sich beschmutzt oder beschädigt fühlen, tiefe Gefühle von Schuld und Scham haben, unfähig sind, tiefe Beziehung auszuleben und Liebe zu empfinden, sich eingefroren oder ausgeschaltet fühlen, überwältigende Emotionen wie Wut, Hass und Angst empfinden, sich extrem isoliert und einsam fühlen, unverbunden zur restlichen Welt.

Man kann sich das so vorstellen, dass die Grenze der Frau verletzt ist und sie quasi nackt dasteht, sie hat nichts womit sie sich schützen kann.

Ich setze da in meiner Arbeit beim Körper an. Bevor wir den Körper wieder ins Spüren bringen, um die dort blockierte Traumaenergie wieder zum Fließen zu bringen, gilt es, die Körpergrenzen zu stärken und der Frau wieder die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um sich erden zu können.

Ich nehme Abstand von dem Ansatz, in die traumatisierende Szene zurückzugehen und sich all das Schlimme herzuholen, um es zu bearbeiten, sondern ich stärke zuerst die Frau, um sie wieder in Verbindung mit sich selbst zu bringen.

Das ist für mich die Grundvoraussetzung.

  • Über bestimmte Techniken der intuitiven Körperarbeit begleite ich die Frauen dabei, die Traumaenergie über bestimmte Bewegungsabläufe aus dem Körper auszuleiten. Man kann über viele Dinge sehr lange reden, aber wenn man sie wirklich in der Tiefe lösen möchte, gelingt das am besten über den Körper, weil dort alles Unterbewusste gespeichert ist.
  • Des Weiteren lösen wir Themen im Lebensrucksack auf; also all die Erfahrungen und Strategien, die wir im Laufe unseres Lebens angesammelt haben, und die uns schlussendlich in die Situation der traumatischen Geburt geführt haben. Denn die Grenzverletzung hat vermutlich schon in der Kindheit stattgefunden; vielleicht in der Erziehung oder bei anderen einschneidenden Erlebnissen in der Kinder- oder Jugendzeit. Kinder legen sich oft Überlebensstrategien zu, damit es mit den Eltern ein bisschen einfacher ist. Diese Überlebensstrategien ziehen sich dann wie ein roter Faden durchs Leben. So schwer und dunkel das Thema der Traumaarbeit auch ist, es ist extrem erfüllend und befreiend, wenn der Prozess angeregt wird und man die Möglichkeit hat, all diese Themen aufzulösen. Man muss eventuell mit Mama und Papa in eine Beziehungsarbeit gehen und darf sich mit der Kindheit aussöhnen, wenn das möglich ist.
  • Dann wenden wir uns dem Raum zu, in dem die Verletzung stattgefunden hat, also der Gebärmutter und dem Beckenbereich. Auch dort findet eine sehr tiefgehende und transformative Heilarbeit statt, was die gesamte Thematik der verletzten Weiblichkeit auf den Tisch bringt. Das hängt auch oft mit dem Teenageralter zusammen und überhaupt wie man diese frühen Jahre als Frau erlebt hat. Da spielt natürlich der eigene Zyklus eine Rolle, die Menstruation und alles was in dieser unteren Körpergegend stattfindet.

 

Was die Frauen in dieser Heilarbeit für sich tun, zieht weite Kreise. Es heilt ihre Kinder mit. Es heilt ihre Partner mit.

Ich werde oft gefragt, was man als Mama denn tun kann, um seinem Kind bei der Überwindung einer traumatischen Erfahrung zu helfen. Nachdem ich längere Zeit als Therapeutin mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet habe, weiß ich, dass eine Therapie der Kinder auch immer eine Therapie der Eltern bedarf.

Ich setze in meiner Arbeit also immer bei den Müttern an. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Gerade bei sehr kleinen Kindern, ist es immer noch so, dass man in der Mama-Baby-Symbiose lebt und die Kinder uns spiegeln. Sie sind fast wie Gefühlsgefäße, teilweise für ihre eigenen Gefühle, aber natürlich auf für unsere. Für die Auflösung des Geburtstraumas ist es auch wichtig, dass man dem Kind genügend Raum gibt, um sich zu spüren, sowie ausreichend Platz für die auftauchenden Gefühle schafft.

Deswegen ist es so wichtig zuerst die eigenen Themen aufzulösen, weil man erst dann in der Lage ist, in diese Getrenntheit zu gehen.

Es kann sehr bedrohlich für Mamas wirken, wenn sie ein Kind haben, dass sehr viel weint oder schreit, sehr anhänglich oder unzufrieden ist und sich einfach schwer tut mit der Welt. Die Mütter können sich bedroht fühlen, weil die eigene Fassade angekratzt wird und die Angst besteht, dass alles zusammenbricht, wenn sie den Gefühlen des Kindes Raum gibt.

 

Ein Geburtstrauma ist heilbar

Heilung bedeutet hier nicht, dass die Verletzung nie stattgefunden hat. Heilung bedeutet, dass man die Erfahrung in sein Leben integrieren kann; dass man wachsen kann; dass man die traumatische Erfahrung annehmen kann und verzeihen kann – vor allem sich selbst. Heilung bedeutet, dass man wieder in den Fluss kommt, wieder lebendig wird und wieder aktiv am Leben teilnehmen kann.

Das wünsche ich allen Frauen, die eine traumatische Geburtserfahrung erleben mussten.

 

'Wege aus dem Trauma' Webinar

In diesem kostenlosen Webinar erfährst du, wie du traumatische Lebenserfahrungen wie zum Beispiel eine traumatische Geburtserfahrung bearbeiten und heilen kannst.

Willkommen auf meinem Blog!

Hallo! Ich bin Nina 

Hier findest du wertvolle Beiträge rund um die Themen Spiritualität, Weiblichkeit und Frau-Sein, Heilung und Seelenwachstum, die dir Mut machen, dich inspirieren und Saiten in dir zum Klingen bringen sollen.

Flug der Phönix Frau

Im Traumaheilungsprogramm ‘Flug der Phönix Frau’ werden die traumatischen Erfahrungen und die begleitenden Körpersymptome im Kontext der eigenen Lebensthemen begreifbar gemacht.

Über die intuitive Körperarbeit kann der Zugang zum Spüren wieder hergestellt werden und die im Körper blockierte Traumaenergie abfließen.

Das Gefühl der Lebendigkeit und Verbundenheit kann so wieder erlangt werden

Wie erkenne und heile ich ein Trauma?

Wie erkenne und heile ich ein Trauma?

Themenfokus TRAUMA: 1) Ursachen und Symptome

Wie erkenne und heile ich ein Trauma?

Das Thema Trauma ist sicher kein einfaches Thema und besonders die eigenen inneren Wiederstände, machen es einem sehr schwer, sich damit auseinanderzusetzen.

Der Wunsch nach Heilung ist groß aber genauso groß ist oft die Angst, erneut in ein tiefes Loch zu fallen und die Kontrolle über das eigene Leben wieder zu verlieren.

Ich bemerke das in der Arbeit mit meinen Klientinnen und auch in meiner eigenen Entwicklungs- und Heilarbeit.

 

Der Körper drängt nach Auflösung

Ganz deutlich zeigt sich, dass der Körper nach Auflösung drängt.

Der Körper schickt uns bestimmte Symptome, die uns darauf aufmerksam machen wollen, dass da etwas ist, was näher hinterfragt und gelöst werden möchte.

Nachdem mein berufliches Zuhause ja auf der Körper- und Bewegungstherapie fußt, auf der tiefenpsychologischen Bewegungsanalyse und der intuitiven Körperarbeit, ist es mir irgendwann wie Schuppen von Augen gefallen, weil ich es auf der Körperebene erkennen konnte:

Es geht einfach immer und immer wieder um dieses Trauma das uns da im Weg steht;

Egal ob das in der Geburtsvorbereitung ist, in der Geburtsnacharbeit oder dann eben auch in der Arbeit mit den Müttern, die unter einer postnatalen Depression oder unter Burnout leiden.

Es taucht immer wieder dieses Trauma auf, vor dem wir dann stehen und uns denken:

„WOW, ich hätte nicht gedacht, dass dieses Erlebnis solche Auswirkungen auf mein ganzes Leben haben würde.“

 

Die Traumatisierung von Frauen

Nachdem ich mittlerweile ja ausschließlich mit Schwangeren und Mamas arbeite, habe ich natürlich auch ein ganz besonderes Interesse an dem Thema der Traumatisierung von Frauen.

Das können ganz unterschiedliche Traumata sein.

Es kann das Geburtstrauma sein, welches während der Geburt des Kindes entsteht, oder eine Traumatisierung im Wochenbett oder auf der Wochenstation.

Es können aber auch weiter zurückliegende Traumata sein, die im Teenageralter oder als junge Erwachsene entstanden sind.

Es können traumatisierende Erlebnisse sein, die wir aus der Kindheit mitgenommen haben, zum Beispiel durch unsere Erziehung oder wie wir aufgewachsen sind. Man spricht hier von Entwicklungstraumata.

Aber natürlich kann auch unsere eigene Geburtserfahrung eine Rolle spielen. Wie haben wir die Geburt als Baby erlebt? Ist da eine Traumatisierung geschehen, ist vielleicht schon etwas passiert als wir noch als Ungeborenes im Bauch der Mama waren?

 

Über 80% der Frauen eine Traumatisierung erlebt

Ein trauriger Fakt ist, dass über 80 % der Frauen mit denen ich arbeite, eines oder mehrere Traumata in ihrem Leben erlebt haben.

Ich selbst kann mich da nicht ausnehmen, ich habe in meinem Leben auch Dinge erlebt, die traumatisierend waren für mich.

Ich finde es sehr wichtig, sich auch den dunklen Aspekt der eigenen Lebensgeschichte anzuschauen, weil wir nur dann wirklich bereit sind, das Positive zu erreichen und die Veränderungen zu schaffen, die wir uns so sehr wünschen.

Oft erleben wir, dass wir versuchen, bestimmte Dinge in unserem Leben zu manifestieren und uns auch wirklich sehr bemühen. Aber wir merken, dass immer eine große Schwere, Angst und Zweifel mitschwingen, oder uns auch einfach die nötige Energie fehlt.

Und das hat mit Traumata zu tun.  

Die Trauma-Arbeit scheint sehr schwer zu sein und doch muss ich ehrlich sagen, dass diese Reise der Frauen und auch die Begleitung dieser Frauen, die den Mut aufbringen hinzuschauen, extrem erfüllend ist.

Man kann sich das vorstellen wie eine Loslösung der Trauma-Energie, die wir in unserem Körper gespeichert haben.

Wenn diese feststeckende Energie losgelöst wird, dann ist auf einmal so viel mehr an Lebensenergie verfügbar. Es ist erstaunlich, was dann alles möglich ist.  

 

Ursachen eines Traumas

Ein Trauma ist ein Trauma, egal wodurch es verursacht wurde.

Der Begriff Trauma bezieht sich auf eine tiefe Verletzung. Das kann psychisch, physisch, körperlich oder auch seelisch sein.

Es ist im Grunde so, dass jedes Ereignis, welches wir als lebensbedrohlich wahrnehmen, als Trauma erlebt werden kann.

Auch wenn ein Ereignis nur in der Wahrnehmung als lebensbedrohlich erlebt wird, wird der Körper einem extremen Stress und einer Angst ausgesetzt und dies kann traumatisierend wirken.

Es ist ganz individuell, wer welche Ereignisse als traumatisierend erlebt.

Das wissen wahrscheinlich auch die Hebammen, die teilweise erstaunt sind, dass manches Geburtserlebnis für die eine Frau ganz leicht weggesteckt wird und für die andere als Weltuntergang wahrgenommen wird.

Es hängt von vielen Faktoren ab, was uns traumatisiert.

Zum Beispiel hängt es davon ab, was bereits alles in unserem Lebensrucksack drin steckt.

Es gilt also nicht zu sagen, „Ich bin schwach, denn ich habe dieses Ereignis als traumatisch erlebt.“.

Es ist einfach so, dass zu diesem Zeitpunkt bestimmte Dinge nicht zu Verfügung standen, egal ob emotional oder physisch, die man gebraucht hätte, um dieses Erlebnis nicht als lebensbedrohlich wahrzunehmen.

Das hat ganz oft mit dem Gefühl zu tun, ob wir die Möglichkeit haben, flüchten oder kämpfen zu können.

 

 

Es gibt zwei Hauptkategorien in die die Ursachen von Traumata eingeteilt werden können:

Die offensichtlichen und die subtilen Ursachen eines Traumas

Zu den offensichtlichen Ursachen zählen zum Beispiel schwerer sexueller, körperlicher oder emotionaler Missbrauch, Vergewaltigung, Krieg, das Miterleben von Gewalt, Vernachlässigung, Verrat oder das Verlassenwerden in der Kindheit, teilweise auch sehr schwere Verletzungen oder schwere Krankheiten.

Das alles kann zu einer offensichtlichen Traumatisierung führen.

 

Das Geburtstrauma wird in dieser Liste ganz oft unterschlagen.

Es wird nur in den seltensten Fällen dazugezählt, aber es gehört definitiv in den emotionalen, sexuellen und körperlichen Missbrauch eingereiht.

Geburt ist ein Teil unserer Sexualität und jede Verletzung unter der Geburt, ob nun körperlich oder seelisch, ist eine Verletzung unserer Sexualität, Weiblichkeit und Lebensenergie.

Das Geburtstrauma ist so ein großes Thema, dass ich einen eigenen Beitrag zu diesem Thema machen möchte, weil es so wichtig ist und auch die Frage gestellt werden muss, warum es so oft unterschlagen wird.

 

Die subtilen Ursachen eines Traumas können scheinbar gewöhnliche Erlebnisse sein, die von außen betrachtet nicht so eine große Sache sind, aber trotzdem als bedrohlich erlebt werden können.

Das gilt besonders im Säuglings- und Kleinkindalter.

Die subtilen Ursachen können zum Beispiel kleinere Autounfälle mit Blechschaden sein, vor allem wenn man ein Schleudertrauma erlitten hat, oder auch jede andere Form eines Unfalls oder sogar eines „Beinahe-Unfalls“.

Egal ob dieser Unfall mit dem Auto, dem Bus, dem Flugzeug oder dem Fahrrad stattfindet, all dies kann traumatisierend sein.

Ich hatte einen „Beinahe-Unfall“ mit einem Bus auf einer Reise und es hat bei mir dazu geführt, dass ich jahrelang unter schlimmer Flugangst gelitten habe, welche Todesangst in mir auslöste.

Ich habe das lange Zeit gar nicht mit dem Erlebnis der Busreise in Verbindung gebracht, aber irgendwann ist es mir dann klar geworden.

Sobald einem das dann klar wird, ist man natürlich schon ein Stück weiter, da man das ursprüngliche Erlebnis von dem isolieren kann, worunter man jetzt leidet.

 

Ein subtiles Trauma kann auch durch jegliche Form von Stürzen, gerade auch mit der Folge von Gehirnerschütterungen, Knochenbrüchen, Platzwunden, schwere Schnittverletzungen oder auch Quetschwunden, hervorgerufen werden.

Ein weiteres Beispiel sind erlebte Naturkatastrophen, ob das jetzt Brände sind, Überflutungen oder Wirbelstürme.

Was man auch nicht unterschätzen darf, sind invasive Behandlungsmaßnahmen beim Arzt oder Zahnarzt, besonders wenn man dafür festgehalten oder narkotisiert wurde. Diese wirken so traumatisierend auf den Körper, weil wir ja das Gefühl haben, nicht kämpfen oder flüchten zu können. Wir sind dieser Situation ausgeliefert und können nichts dagegen tun.

 

Das Alleingelassenwerden und Schreienlassen bei Babys und Kleinkindern gehört sowohl zu den offensichtlichen als auch zu den subtilen Traumata, weil wir als erwachsene Person in vielen Situationen auch unterschätzen, was dieses sehr kleine Kind wirklich erlebt. Von außen betrachtet denken wir, es ist doch alles okay und es ist nicht so schlimm. Wir ziehen aber nicht in Betracht, dass es für dieses Baby oder Kleinkind eine absolut lebensbedrohliche Situation darstellt.

Anhaltende Ruhigstellung durch Gips oder Schienen, wobei ich da an Kinder denke, die auf Grund von Knochenfehlbildungen oder Verletzungen über einen sehr langen Zeitraum bestimmte Schienen tragen müssen, können subtile Traumaspuren im Körper hinterlassen. In diesem Fall kann es passieren, dass auf Körperebene eine geblockte Trauma-Energie stecken bleibt, welche zum Beispiel über die Bewegung gelöst werden kann. 

Diese Form der Traumata sind zwar subtil, aber wirken trotzdem tief und nachhaltig, weil sie eben so verdeckt im Untergrund schwelen. Sie nehmen uns langsam und sukzessiv die Lebensenergie mit ihrer lähmenden Schwere.

Das war jetzt eine grobe Zusammenfassung von möglichen Ursachen eines Traumas.

Es muss nicht sein, dass die oben genannten Dinge ein Trauma hervorrufen, aber diese Vereinfachung kann hilfreich sein, um sich einen Überblick zu verschaffen.

 

Wie erkenne ich eigentlich, dass ich ein Trauma habe?

Ich werde jetzt näher auf die Auswirkungen eines Traumas und die möglichen Symptome eingehen, anhand derer wir erkennen können, ob eine Traumatisierung stattgefunden hat.

Es kann ja sein, dass man es völlig verdrängt hat, was während einer Notfallsituation normal ist.

Denn während einer Traumatisierung treten die Teile des Gehirns, mit denen wir unseren bewussten Tagesablauf gestalten, eher in den Hintergrund und unser Körper schaltet auf das Notfallprogramm um.

Das heißt, unser Körper konzentriert sich auf die ganz essenziellen Funktionen und deswegen rutschen auch viele Erlebnisse direkt ins Unterbewusstsein und wir können uns an viele Dinge nicht mehr erinnern.

 

Symptome eines Traumas

Die unmittelbaren Symptome nach einem Trauma können sein:

Überregung – Herzrasen, Schwitzen, kalte Schweißausbrüche, schneller und flacher Atem, das Gefühl, keine Luft zu bekommen, Hyperventilation, Gedankenkarussel

Anspannung – auf Muskelebene, da das Nervensystem auf den Notfallmodus umschaltet, damit alle Kräfte im Körper mobilisiert werden können um fähig zu sein zu kämpfen oder zu flüchten; der Muskelturnus ist dadurch erhöht und geht in die absolute Kampf- oder Fluchtbereitschaft, weswegen alles so angespannt ist und das sauerstoffreiche Blut in die Arme und Beine geleitet wird, während die Verdauungstätigkeit gehemmt wird, weil sie in diesem Moment nicht wichtig ist; das kann dazu führen, dass man in einen benommenen, tranceähnlichen Zustand fällt

Dissoziation – diese schützt uns davor, dass man von der Angst und dem Schmerz überwältig wird; es werden bestimmte Wahrnehmungsbereiche im Körper und auch im Geist ausgestellt, um die Dinge, die normalerweise jenseits des erträglichen sind, auszuhalten; eine Überlebensstrategie vom Nervensystem.

Die Dissoziation kann auch über den Körper ablaufen, also es kann auch sein, dass bestimmte Körperteile und Körperbereiche als unverbunden oder nicht spürbar wahrgenommen werden. Bei den meisten Frauen, mit denen ich arbeite, welche ein Geburtstrauma erlebt haben, ist es der Fall, dass sie ihre untere Körperregion als nicht existent wahrnehmen und nicht spüren können. Das ist wie eine Taubheit, als wäre diese Körperregion einfach nicht da. Eine Dissoziation kann sich auch über chronische Schmerzen zeigen, damit gewisse Köperteile durch die Schmerzen auf sich aufmerksam machen.

Verleugnung – ist eine Form der Dissoziation, eine Trennung zwischen der Person und ihrer Erinnerung. Man kann sich dann einfach nicht mehr an das Ereignis erinnern, wie ein Filmriss.

Teilweise geht es sogar soweit, dass verleugnet wird, dass ein bestimmte Ereignis überhaupt stattgefunden hat. Gerade bei schweren Missbrauchsfällen in der Kindheit, weiß man mittlerweile, dass das Erlebnis im Unterbewusstsein verborgen ist und nie ins Bewusstsein und in die Erinnerung auftaucht. Der Grund dafür ist, dass das Ereignis als so extrem schlimm erlebt wurde, dass es dort unten versteckt bleibt. Man verhält sich also so, als ob das nie geschehen wäre, weil dieser Schmerz und die Angst davor uns überwältigen würde.

Hilflosigkeit und Bewegungsunfähigkeit – die Erstarrung bzw. Bewegungsunfähigkeit, entsteht bei der Überregung des Nervensystems in einer traumatischen Situation. Es wird die Notbremse zur Entschleunigung gezogen. Das Gefühl, völlig handlungsunfähig zu sein, total kraftlos und erstarrt zu sein, ist in dieser Situation keine Einbildung. Viele Menschen beschreiben das als komplett real und es ist real. Das Nervensystem macht in dieser Situation eine Art „shut down“, weil es sonst zu viel wäre für das gesamte Nervensystem.

 

Zeitverzögerte Symptome nach einem Trauma:

Übermäßige Wachsamkeit – das Gefühl, dass der Körper einfach nicht mehr runterkommen kann und man vielleicht auch gar nicht mehr einschlafen kann. Man hat eine Schreckhaftigkeit und Überaktivität. Das kann dazu führen, dass man abrupte Stimmungsschwankungen hat, dass man auf einmal einen mega Wutausbruch bekommt oder sehr stark weint und man nicht mehr aufhören kann.

Es können auch bedrängende Bilder auftauchen oder auch Flashbacks, wo man dann so richtige Filmszenen von diesem traumatischen Ereignis vor sich ablaufen sieht.

Extreme Licht- und Geräuschempfindlichkeit zeigen auch, wie stark überbelastet das Nervensystem durch das Trauma ist.

Albträume, nächtliche Angstattacken und Schlafstörungen zeigen, dass da etwas im Unterbewusstsein ist, was auftauchen und gelöst werden möchte. Natürlich führt das dann dazu, dass es auf den gesamten Organismus drückt und komplett die Lebensenergie zunichte macht.

Man wird unfähig, mit Stress umzugehen, man fühlt sich leer und schwach, das Selbstwertgefühl fehlt und es wächst die Scham, dass man sich so fühlt und dass es einem so schlecht geht.

 

Symptome lange nach einem Trauma:

Das können Panikattacken sein, Ängste und Phobien, die man entwickelt, oder die Entwicklung eines Suchtverhaltens für verschiedenste Dinge. Ein Symptom ist auch das Gefühl, nicht ganz da zu sein und eine Art Leere im Kopf zu haben.

Es gibt das Vermeidungsverhalten, in dem bestimmte Personen und Orte gemieden werden, weil man Angst hat, nochmal in dieses ursprüngliche Ereignis zu kommen.

Dann gibt es noch die Sucht nach gefährlichen Situationen. In diesem Fall wollen die Menschen das Gefühl der Bedrohung und des Notfalls noch einmal erleben, denn das gesamte System erhofft, die Notfallsituation zu einem positiven Ende zu bringen.

Weitere Symptome können übertriebene oder verminderte Sexualität, Gedächtnisverlust und Vergesslichkeit sein.

Aber auch die Unfähigkeit, Liebe zu empfinden, wo man merkt, dass der Herzbereich komplett taub ist und es ganz schwer für traumatisierte Menschen ist, das Herz wieder zu öffnen, weil es so verletzt wurde.

Dann gibt es natürlich noch die Symptome, die nach langer, langer Zeit auftauchen können: wie zum Beispiel eine übermäßige Scheu an den Menschen oder neuen Situationen gegenüber, chronische Müdigkeit, Immunschwäche, hormonelle Probleme, chronische Schmerzen (Kopfschmerzen, Migräne, Nacken- und Rückenprobleme), Asthma, Haut- und Verdauungsprobleme. Auch die Depression gehört absolut dazu, wie auch Weltuntergangsängste und überhaupt ein generelles Gefühl von Entfremdung und Isolation. Es besteht das Gefühl, dass das Leben und die Welt ohne einen stattfinden, man ist außen vor und man fühlt sich allein und einsam mit der ganzen Situation.

Alle diese Symptome können stabil, also permanent vorhanden sein oder sie können auch instabil sein, was eigentlich häufiger der Fall ist. Das heißt sie tauchen nur manchmal auf und besonders zu sehr stressigen Zeiten, wo es nochmal akut wird.

Es ist so, dass diese Symptome oft in Gruppen auftreten, welche über die Zeit immer komplexer werden und man irgendwann gar nicht mehr diese Verbindung zum ursprünglichen traumatischen Ereignis herstellen kann.

Deshalb sind auch viele Traumata versteckt und so subtil.

 

Die Traumaarbeit kann sich einem also wie ein großes Puzzle zeigen, zu dem man nach und nach die gesuchten Teile hinzufügt und so Schicht um Schicht die eigene Lebensgeschichte heilt und sich mit dieser versöhnt. 

 

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Hallo! Ich bin Nina und Dein Birth Coach und Mama Mentor. Auf diesem Blog wirst Du immer wieder wertvolle Beiträge über Schwangerschaft, Geburt und Mama-Sein bekommen, die Dir Mut machen sollen, Dich inspirieren sollen und Dir zeigen sollen, dass Du sehr wohl dazu in der Lage bist, selbstbestimmt zu gebären und ein erfülltes Mama-Leben zu führen. Hier erfährst Du mehr über mich und über Dich…

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Die eigene Geschichte neu schreiben – eine heilende Hausgeburt

Die eigene Geschichte neu schreiben – eine heilende Hausgeburt

Wie Lara ihr eigenes Geburtstrauma als Baby durch die Geburt ihrer Tochter lösen und heilen konnte.

Gastartikel von Lara, einer Löwenmama

Heilung kann auch herausfordernd sein, weil man sich einen völlig neuen Weg erschließen muss.

Ich durfte Lara in ihrer Schwangerschaft begleiten, ihre Geschichte kennenlernen und ihr ein Stück weit bei ihrer Reise zu ihrer Löwenmama-Kraft zuschauen. Ihre größte Herausforderung war hierbei sicher die Überwindung ihrer eigenen Geburtserfahrung als Baby, in der sie als Notkaiserschnitt zur Welt gekommen war. Ihre behindernden Gedanken- und Glaubensmuster und Ängste stammten aus dieser frühen Erfahrung. Sie widmete sich mit viel Mut, Weisheit, Einfühlsamkeit und Durchhaltevermögen diesem Prozess und konnte ihre Geschichte wirklich neu schreiben.

In ihrem Geburtsbericht erzählt sie, wie sie sich auch unter der Geburt ihre eigenen Themen noch einmal anschauen und über sich selbst hinauswachsen durfte. Durch die liebevolle Begleitung ihres Partners und die einfühlsame und respektvolle Unterstützung ihrer Hebamme war es ihr möglich, im Rahmen einer Hausgeburt diesen dunklen Themen genügend Raum und Zeit zu geben.

Es war eine wahre Heldinnen-Reise, in der so einigen ‘Drachen’ die Köpfe abschlagen durfte.

Das Endergebnis: die Geburt von Laras Tochter Maya war eine Heilung durch die weibliche Linie – von der Gegenwart in die Vergangenheit bis in die Zukunft. 

Laras heilende Hausgeburt
Jetzt sind schon 8 Wochen vergangen, seit unsere Tochter auf die Welt gekommen ist, und für mich ist es nun der passende Zeitpunkt meinen Geburtsbericht zu schreiben…

Ich muss etwas ausholen und zu meiner eigenen Geburt zurückgehen, die alles andere als gut lief.

Nachdem ich mich am errechneten Termin nicht auf den Weg machte und auch die Tage danach keinerlei Anstalten machte, den Bauch zu verlassen, obwohl meine Mama vom Treppensteigen bis zum Geburtscoctail alles versucht hatte, wurde meine Geburt schlussendlich eingeleitet.

Da ich offensichtlich noch nicht bereit war und die Umstände wenig entspannend waren (der Arzt war z.B. noch beim Golfspielen und kam ewig nicht ins KH…) kam es irgendwann zum Geburtsstillstand, meine Herztöne wurden schlechter und so wurde ich unter Vollnarkose meiner Mama aus dem Bauch geholt.

Die erste Zeit war sie von der Narkose so “neben der Spur”, dass an Bonding etc. natürlich nicht zu denken war…

Zurück zu meiner eigenen Schwangerschaft und Geburt meiner Tochter:
Bereits vor meiner Schwangerschaft bin ich auf Youtube über Videos von natürlichen, selbstbestimmten Geburten gestolpert und wusste sofort: so sollte meine Geburt auch aussehen!

Ich war beeindruckt von den ruhig atmenden Frauen und der vorherrschenden Stimmung von Harmonie und Liebe, am liebsten hätte ich wohl gleich eine Geburt erlebt.
Es vergingen ein paar Monate und kaum hatten wir beschlossen, dass es für uns der passende Zeitpunkt war, um Eltern zu werden, nistete sich auch schon ein kleiner Bauchbewohner ein.

Die Schwangerschaft verlief traumhaft, wir suchten uns recht früh eine Hebamme und meldeten uns zum Hypnobirthing Kurs (bei Nina Winner, mit der wir einen ganz zauberhaften Geburtsvorbereitungskurs erleben durften, der uns das nötige Wissen und ganz viel gutes Gefühl für eine Hausgeburt mitgab!) an, denn für uns war klar: dieses Kind wird zuhause geboren!

An Tag 38+3, bzw. in der Nacht auf 38+4  tat sich dann was, ich wurde in der Nacht wach und hatte Wellen, die mich nicht mehr schlafen ließen.

Am Vormittag kam meine Hebamme zum vereinbarten Akupunkturtermin, da waren die Wellen kaum spürbar. Sie sagte mir, dass ich vor der Geburt bestimmt noch mal gut schlafen würde, damit ich dann genug Kraft hätte… und genau so war es.
38+5 riss mittags meine Fruchtblase ein, ich verlor einen guten Schwung Fruchtwasser, sonst passierte nichts.

Ich machte es mir dann auf der Couch bequem und wartete erst mal ab, war aber noch recht entspannt und sicher, dass es in den nächsten Stunden irgendwann losgehen würde.

Abends legte ich mich mit dem Gedanken, nochmal Kraft zu sammeln, ins Bett und hatte nach einer halben Stunde Schlaf wohl genug Kraft, denn ich hatte  Wellen.
Ich wartete 2-3 Wellen ab, dann weckte ich meinen Freund, der mit mir gemeinsam durch die Wellen, die mich nicht mehr liegen ließen, ging.

In den Pausen scherzten wir, kuschelten oder schnauften einfach durch.

Nachdem die Abstände kurzer wurden und die Wellen regelmäßiger, telefonierten wir mit unserer Hebamme, die dann auch zwischen 5 und 6 Uhr morgens (ich weiß es nicht genau, ich weiß nicht mal, wie das Wetter am Geburts-Tag war, und das obwohl ich auch mal am Fenster saß 😉 ) kam.

Wir berichteten ihr kurz von der Nacht und sie untersuchte meinen Muttermund, welcher bei 1,5-2cm war.

Ich bekam ein paar Akupunkturnadeln gesetzt und mein Freund ging nochmal ins Bett.

Die Abstände zwischen den Wellen wurden wieder schwächer und ich nahm ein Bad.

Als ich mir in der Badwanne dachte “jetzt hätte ich Christian gerne wieder an meiner Seite” hab ich wohl so intensiv an ihn gedacht, dass es ihn im Bett aufschreckte und er kurz darauf im Bad erschien…

Wir arbeiteten weiter am Muttermund… die Wellen nahmen wieder zu, jedoch spürte ich sie in etwa in der Nierengegend und nichts deutete darauf hin, dass es “nach unten” ging.

Laras Hausgeburt
Als der Muttermund am Vormittag immer noch bei 2, vielleicht 2,5cm war beschlossen wir mit unserer Hebamme, dass sie ein paar Termine wahrnehmen und später wieder zu uns kommen würde.

Bis ca 14 Uhr atmete ich mich durch meine Wellen, wechselte zwischen Badewanne, Wohnzimmer und WC hin und her, nahm verschiedene Positionen ein und es ging, gefühlt, nicht wirklich viel weiter.

Ich war müde, es war anstrengend, und ich wollte, dass sich endlich etwas tut!

Also setzte ich mich auf meinen Gymnastikball und hopste entschlossen darauf auf und ab, sagte meinem Baby immer wieder „jetzt rutsch runter“, „mach dich auf den Weg“, und endlich hatte ich das Gefühl, dass die Wellen sich änderten, dass mehr „Schub“ nach unten da war, was auch die Intensität der Wellen veränderte.

Um das zu verarbeiten, ging ich erst mal bei geschätzten 100 Grad duschen, zog mir was Frisches an und aß ein bisschen Obst.

Meine Laune war schlagartig richtig gut, ich war erleichtert zu spüren, dass sich etwas an der Art der Wellen geändert hatte.

Ich stellte mir weiterhin immer wieder eine sich öffnende Blüte dar um den Muttermund beim Öffnen zu unterstützen.

Und als um 18 Uhr die Hebamme wieder kam, hatte ich, ja man glaubt es kaum, ca 3-4 cm! Ich hatte eigentlich nicht wirklich etwas anderes erwartet, und doch gehofft, dass es mehr wäre.

Ich war wirklich schon erschöpft und hätte wirklich Lust auf Schlaf gehabt.

Um die Wellen besser aushalten zu können, gingen mein Freund und ich gemeinsam in die Dusche (die Wellen waren nie schmerzhaft-jedoch einfach sehr intensiv und kräftezehrend). Der Arme musste meine Duschtemperatur von ca 100 Grad aushalten und mir in den Wellenpausen das Wasser mit dem Duschkopf über den Rücken laufen lassen, während der Wellen wollte ich kein Wasser.

Das war der „Tiefpunkt“ der Geburt. Ich wusste nicht, was ich noch machen sollte: ich atmete, ich visualisierte, ich hatte das Gefühl mit jeder Welle mitzugehen und sie anzunehmen, und trotzdem ging es so zäh voran!

Ich hoffte, dass die Hebamme oder mein Freund mir irgendetwas sagen würde, dass es endlich weiter geht, als ich ihnen sagte, dass ich nicht mehr weiter weiß. Doch es kam nichts. Die Hebamme sagte, dass sie, wenn ich ins KH gehen will, mich natürlich hinbringen würde, mein Freund erklärte mir, dass ich es entscheiden könne, wie ich weiter mache.

Für mich war klar: auch im KH muss das Kind auf die Welt kommen, ein Kaiserschnitt oder Schmerzmittel (mit denen es in meiner Vorstellung ja noch langsamer voran gehen würde, außerdem hatte ich keine Schmerzen, ich war einfach erschöpft!) kamen nicht in Frage und SO in ein Auto zu steigen konnte ich mir auch nicht vorstellen, NEIN! unser Kind sollte zuhause kommen.

Die Hebamme gab mir etwas Bedenkzeit, mein Freund versuchte mich mit „stell dir eine sich öffnende Blüte vor“, was ihm einen Hagel von Beschimpfungen bescherte (was glaubte er eigentlich, was ich schon den ganzen Tag tat!?) noch besser zu unterstützen.
Doch ich musste wohl an diesen Punkt kommen, denn mit diesem „Tiefpunkt“ habe ich glaub ich auch die Lösung gefunden.

Es gibt diesen Punkt, an dem man nicht weiter weiß, an dem einem auch keiner weiter helfen kann, an dem man keine Ahnung hat, was jetzt kommt oder was man machen soll.

Im Gepräch mit Nina über die Geburt wurde klar. hier ist die Verbindung zu meiner eigenen Geburtserfahrung, ich bekam „die Lösung“ für eine natürliche Geburt nicht mit. Bei meiner eigenen Geburt kam der Punkt an dem es nicht weiter ging, der Geburtsstillstand, und dann wurde ich geholt. Das war also der Moment, an dem ich einen neuen Weg einschlagen konnte, indem ich an diesem „Tiefpunkt“ ankam, und von dort weg einen anderen Weg ging.
Der andere Weg ging so weiter: Ich wusste, dass ich alles getan hatte, um den Geburtsverlauf zu unterstützen, und es hatte „so wenig“ gebracht. Ich beschloss, es einfach noch irgendwie mitzumachen, denn es war mir klar, dass das Kind ja irgendwann einfach kommen muss, und ich hatte auch keine Energie mehr um „aktiv“ etwas zu tun. Ich sagte mir, dass ich es einfach irgendwie durchstehen muss und dass mein Körper und mein Baby nichts machen, was nicht möglich ist.

Meinem Baby ging es übrigens immer, sowohl zwischen den Wellen als auch während den Wellen, bestens. Der Herzschlag änderte sich nicht und war durchgehend im mittleren „Normalbereich“.
Ich kniete also in unserer Badewanne am Boden, ließ mir brühheißes Wasser über den Rücken laufen, hielt mir selbst mein Steißbein bei jeder Welle von innen weg um den Druck auszuhalten.

Zum Glück war ich zuhause! All das wäre im Krankenhaus, abgesehen davon dass seit dem Blasenriss schon über 24h vergangen waren, so wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Und mein Neokortex war durch all das so „inaktiv“, dass ich weder sagen konnte, wie spät es in etwa war, noch ob ich wach war oder geschlafen habe. Ich habe mich dadurch und durch meine Atmung einfach vollkommen „weggebeamt“.

Und das war meine Lösung!

Um 20 Uhr, zurück im Schlafzimmer, war der Muttermund ca bei 5cm und eeendlich ging die Fruchtblase ganz auf, da ich mich in der Dusche aber so wohl gefühlt hatte ging ich nochmal in die Badewanne, aus der mich die Hebamme um ca. 21:30 Uhr heraus gebeten hat, damit ich mich etwas mehr bewege.

Das schien eine gute Idee gewesen zu sein, denn um 21:50 Uhr war, man glaubt es kaum, der Muttermund endlich verstrichen.

Ich dürfte mich die letzten Stunden beim heißen Duschen so überhitzt haben, dass ich nun unbedingt eiskalte Handtücher haben wollte, in die ich mich ganz einwickelte und auf die ich mich stellte.

Die restlichen Wellen veratmete ich im Schlafzimmer, mein Freund unterstützte mich, wie schon die ganze Zeit, super dabei und half mir immer wieder beim Aufstehen, Hinknien usw., da ich einfach aus eigener Kraft kaum mehr hoch kam.

Trotzdem wusste ich: jetzt ist der Weg frei! Und das gab mir für die letzten Wellen noch einmal richtig Kraft.

Es dauerte nicht mehr lange bis ich merkte, dass der Kopf den Muttermund passierte. Unsere Hebamme und mein Freund bewunderten freudig die dunklen Haare unseres Kindes, welche schon zu sehen waren. Und mit nur einer Welle rutschte unsere Tochter mit dem Kopf aus dem Geburtskanal, drehte sich spürbar auf die Seite und: war eine halbe Stunde nach Verstreichen des Muttermundes geboren!

Ich werde die kraftvolle Energie, die ich in diesem Moment gespürt habe, bestimmt niemals vergessen!

Und, was soll ich sagen: ich bekam die Geburt, die ich mir gewünscht hatte. Ich wollte nie eine „Sturzgeburt“, sondern genug Zeit, um die Geburt als intensives, schönes Erlebnis kennenzulernen, und hatte mir gewünscht, dass es auch nicht zu ewig dauern würde (ok das könnte man vielleicht etwas anders interpretieren, aber das Universum hielt es so für richtig).

Und genau das bekam ich!

24h Zeit, die Geburt zu erleben, immer so, dass ich es gut aushalten konnte, intensiv genug, um meine Grenzen kennen zu lernen und so sehr in die Tiefe gehend, sodass ich daraus wachsen konnte.

Willkommen auf meinem Blog!

Hallo! Ich bin Nina und Dein Birth Coach und Mama Mentor.

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Hauptsache gesund? Über den Kaiserschnitt

Hauptsache gesund? Über den Kaiserschnitt

Von Kristina Wierzba-Bloedorn – Bauchgeburt

Seit ich bauchgeburt.de veröffentlicht habe, erreichen mich jeden Monat Telefonanrufe und E-Mails von Frauen, die mir Fragen stellen und mir ihre Geburtsgeschichten erzählen und dies leider oft unter Tränen.

Als ich vor fast 9 Jahren meinen Sohn ungeplant durch einen Kaiserschnitt zur Welt brachte, hätte ich mir auch sehr gewünscht, so viele wichtige Informationen an einer Stelle im Netz finden zu können.

Es gab zu diesem Zeitpunkt in meiner Stadt noch nicht mal eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit traumatischen Geburten oder speziell für Kaiserschnittmütter.

Auch das örtliche Geburtshaus sagte mir, dass sie sich mit der “Pathologie” nicht beschäftigen möchten und es höchstens die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einer Sozialpädagogin geben würde, deren Dienste ich allerdings selber bezahlen müsste.
9 Jahre später erscheint mir die Lage noch viel schlimmer: durch die Schließung von immer mehr kleineren Geburtsabteilungen und der Verlust vieler freiberuflicher Hebammen provoziert unser System weiterhin und zunehmend mehr traumatische Geburtsverläufe.

Und weil Frauen, die mit ihrem Geburtserlebnis hadern, in unserer Gesellschaft ein Tabu sind und wenig akzeptiert werden, haben es trauernde Frauen noch schwerer.

Wenn auch Du eine Geburtsreise hinter Dich gebracht hast, die ganz anders war, als Du es Dir erhofft und ersehnt hast, dann fragst Du Dich vielleicht, was dies langfristig für Dich und Dein und Euer Leben bedeuten wird.

Du fragst Dich vielleicht, ob Du versagt hast, wenn Deine Kinder ungeplanter Weise durch einen Kaiserschnitt geboren wurden.
Aber nicht Du bist die Versagerin.

Es ist unser geburtshilfliches System und all die Menschen, die Dir respektlos und unsensibel gegenüber Deinen Bedürfnissen begegnet sind!

Bei einer Geburt gibt es nur eine Frau, die zur Mutter wird und ein Kind, welches den Weg in diese Welt findet.

Vielleicht gab es aber auch eine absolute Kaiserschnittindikation bei Euch.
Und bestimmt sagen Dir alle Menschen, dass Du dankbar und glücklich sein sollst, weil Du ein gesundes Kind hast.
Frauen können aber dankbar sein für ihr Kind und dennoch traurig, dass die Geburt so anders war, als sie sich erhofft hatten.

“Hauptsache gesund!” – das waren die Worte, die ich immer wieder zu hören bekam und die so wenig hilfreich waren. Ich habe mich oft gefragt, warum allein das physische Überleben für manche Menschen zählt – gerade weil heute so wenige Kaiserschnitte auschließlich gemacht werden, um Frauen und Kinder vor dem sicheren Tod zu retten.

Die Verarbeitung eines traumatischen Geburtserlebnisses verläuft ähnlich wie der Prozess, den Menschen durchlaufen, wenn ein Angehöriger verstirbt.

Und Trauer ist ein wichtiger Teil auf dem Weg zu Heilung.

Wie unsensibel wäre es, einem Menschen zu sagen, dessen Partner gerade verstorben ist, dass er froh sein soll, dass er noch am Leben ist und es schließlich noch andere Männer und Frauen auf der Erde gibt?

Tränen und auch Wut können hilfreich sein.

Denn erst wenn wir dies zulassen, ist der Weg frei und klar(er) für eine weitere Geburtsreise.

Die Trauer um den Verlust eines Geburtserlebnisses ist sinnvoll.

So seltsam dies klingen mag. Wir sind ja Menschen und es ist gut und richtig, wenn wir uns unseren Gefühlen stellen und sie zulassen. Tränen sind dabei wie eine Reinigung.

Es wird diese Momente der plötzlichen Erinnerung immer wieder geben.

Vielleicht magst Du Dir einen “Erste Hilfe-Koffer” für solche Situationen anfertigen?

Keine Angst, dies erfordert keine großen künstlerischen Fähigkeiten.

Du kannst dafür einen kleinen Kinderschuhkarton mit Papier bekleben. Alternativ hilft auch ein fertig gekauftes Kästchen oder eine Dose etc. , die Du bereits besitzt.

Hinein legst Du Dinge, die Dich stützen und trösten, wenn es Dir schlecht geht und Dir Mut machen können.

Möglich ist z.B. ein Foto oder Kleidungsstück Deines Kindes. Auch Duftöl oder Seife oder getrocknete Blüten oder ein Talisman oder Gedichte sind möglich. Sei kreativ.
Du könntest auch eine nahe Freundin bitten, Dir das Kästchen zu füllen, wenn Du selber Dich zu kraftlos dafür fühlst.

Wenn es Dir schlecht geht mit den Erinnerungen an die Geburt Deines Kindes und sich Dein Blick eingeengt anfühlt, wenn es sich anfühlt, als wäre da keine Hoffnung – dann möchte ich dir Mut zusprechen: es gibt auch für Dich die Chance auf Heilung und Befreiung von diesen Gespenstern, die Dich quälen!

Und denk immer daran: DU allein warst es, die ihr Kind diese ganzen Wochen und Monate im Bauch getragen und hat wachsen lassen.

DU allein warst es, die das Kind geboren hat.

An diesem Punkt wirst Du vielleicht zweifeln.

Ich habe Frauen erlebt, die nie das Gefühl hatten, dass sie es waren, die ihr Kind geboren haben.

Aber ich frage Dich, durch wessen Körperöffnung Dein Kind geboren wurde?

War das der Bauch oder die Scheide eines anderen Menschen?

Es war vielleicht ungewollt oder erzwungen oder sogar gewaltsam oder vielleicht ganz anders, als Du es Dir erhofft und gewünscht hast.

Und JA – der Arzt/die Ärztin hat einen tiefen Bauchschnitt gemacht (oder mit der Saugglocke an dem Kopf Deines Kindes gezogen).

Aber es war Dein Körper, der dieses Wunder vollbracht hat und es war DEIN Körper, der tiefe Wunden hat zumindest äußerlich wieder verheilen lassen.

DU hast Dein Kind genährt, es getragen und getröstet und in den Schlaf gewiegt.

Wie auch immer die Geburt verlaufen ist: immer ist es die Mutter, die den größten und wichtigsten Anteil hat.

Und genau DAS kann selbst die traumatischste Geburt einer Frau niemals nehmen.

Heilung bedeutet nicht, dass Du Deine Verletzungen nicht mehr spürst. Diese tiefen Wunden werden weiter zu Dir gehören, – aber ohne dass sie Dich am Leben hindern.

In diesen Wunden liegt sogar die Chance, dem Leben neu zu begegnen.

Lebendigkeit wird daraus wachsen, wie eine Quelle des Lebens, aus der Du schöpfen kannst.

Da wo Du verwundet wurdest, wirst Du sensibel sein für die Menschen um Dich herum, dort wirst Du achtsam reagieren, wenn sie von ihren Wunden erzählen.

Dort kommst Du in Berührung mit Dir selbst.

2007 bin ich mit meiner Schwester und meinem 2. Baby nach Graz gefahren.

Fast 1000 km quer durch Deutschland bis nach Österreich.

Ich traf dort Ina May Gaskin und konnte mit ihr über die Geburt meines zweiten Kindes sprechen.

Auf der Suche nach Antworten, hat sie mir eine sehr einfache Frage gestellt: “War die Atmosphäre im Geburtsraum so, dass Du das Gefühl hattest, hier geht es mir gut? Hast Du Dich als Königin gefühlt?”

Ich konnte das nur mit NEIN beantworten.

Diese eine Frage hat mein Leben völlig verändert.

Und mir die Augen geöffnet.

Obwohl ich umgeben war von vielen Menschen, war ich dennoch sehr einsam.

Denn wenn Frauen nicht liebevoll behandelt werden und sie keinen Respekt erfahren während eines so sensiblen Prozesses, können Geburten traumatisch verlaufen.

Der Körper handelt dabei großartig: bei Gefahr schützt er das ungeborene Kind und will es der Umgebung nicht preisgeben.

Besonders durch diese eine Begegnung 2007 und die Auseinandersetzung mit mir selber, konnte ich sehr gezielt dafür sorgen, in der dritten Geburt all das zu erschaffen, was es mir ermöglicht hat, aus eigener Kraft und in Liebe zu gebären.

Denn dass ich vaginal gebären kann, daran hatte ich nie einen Zweifel.

Und wenn Ihr mit einem weiteren Kind schon in Gedanken spielt, dann tragt Ihr die Hoffnung schon in Euch.

Seid mutig und geht auf die Suche. Auch VBAC`s sind möglich.

Kristina Wierzba-Bloedorn

Kristina Wierzba-Bloedorn

Bauchgeburt

Kristina Wierzba-Bloedorn ist Jahrgang 1977, Mutter dreier Kinder, Doula und Stillberaterin.

Sie ist Veranstalterin des Kölner GeburtsTags, ein Aktionstag rund um die Geburt und lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Köln.
www.bauchgeburt.de

Hier geht es zu Kristinas Website und Bauchgeburt!

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Interview mit Judith Raunig von ‘Meine Narbe’

Interview mit Judith Raunig von ‘Meine Narbe’

Die Diskussionen rund um den Kaiserschnitt sind seit jeher hitzig, sehr emotional und polarisierend – besonders auf Seiten der in der Geburtshilfe arbeitenden Menschen. Immer wieder geht es um das Thema Sicherheit, Verunsicherung, Angst, Schuld, Versagen, Macht und Wirtschaftlichkeit. Nur ganz selten kommen die Mütter zu Wort, die eine Kaiserschnitt-Geburt erlebt haben. Es wird nicht viel drüber gesprochen. Irgendwie muss es ja weiter gehen. Hauptsache das Kind ist gesund. Wie aber geht es den Kaiserschnitt-Müttern? Wie haben sie ihre Geburt erlebt? Womit haben sie zu kämpfen? Diesem Thema widmet sich der Dokumentationsfilm ‘Meine Narbe’ von Judith Raunig und Mirjam Unger. Am 25.11.2014 wird dieser zum ersten Mal auf ORFII ausgestrahlt. In bewegenden Interview-Szenen taucht die Doku ein in die Gefühlswelt der betroffenen Mütter und Väter und macht sichtbar und vor allem spürbar, was allzu oft verschwiegen bleibt. Aus aktuellem Anlass gibt es daher ein ganz besonderes Interview. Darf ich vorstellen? Judith Raunig!

Liebe Judith, erzähl’ uns ein bisschen was über Dich.

“Ich bin Klinische- und Gesundheitspsychologin, arbeite in freier Praxis und bin auf das Thema Kaiserschnitt spezialisiert. Ich berate und betreue Frauen und Paare vor oder nach einem Kaiserschnitt. Ich biete Einzelstunden und Seminare an, in denen die Frau ihre Geburt aufarbeiten kann. Weiters arbeite ich in der Prävention- ich halte Vorträge und Seminare für Hebammen und Geburtshelferinnen zum Thema Kaiserschnitt.”

Woher kam die Idee, die Dokumentation ‘Meine Narbe’ zu machen?

“Nachdem ich schon einige Zeit mit Frauen nach belastender Kaiserschnittgeburt gearbeitet hatte, habe ich bemerkt, dass sich die Themen, über die die Frauen sprachen immer wiederholten: da ging es um Enttäuschung, Schuld, Traurigkeit, Scham, Schmerzen, Minderung des Selbstwertes oder Wut. Gleichzeitig beobachtete ich die Darstellung des Kaiserschnitts in der Öffentlichkeit als »sanfte, sichere, moderne« Geburtsform. Ich hörte Aussagen von GeburtshelferInnen wo mir klar wurde, dass diese oft gar nicht wußten, wie es einer Frau einige Wochen oder Monate nach der Geburt gehen kann. Da dachte ich mir: Wie könnte ich es schaffen, diesen Leuten zu zeigen, wie es manchen Frauen geht, was sie fühlen, womit sie zu kämpfen haben und warum. Ich dachte, wenn nur diese Leute sehen und hören könnten was ich sehe und höre, dann könnte das vielleicht etwas ändern… Gleichzeitig war mir klar, dass es etliche Frauen geben musste, die durch ihren Kaiserschnitt belastet waren, die sich aber bis dato vielleicht niemandem anvertraut haben. Ich dachte mir, es könnte diese Frauen vielleicht stärken und ihnen Mut machen, wenn sie sehen würden, dass sie mit ihrer Geschichte nicht alleine sind.”

Worum geht es in der Doku?

“Es geht um Frauen und Männer die aus unterschiedlichen Gründen den Kaiserschnitt als belastende Geburt erlebt haben. Es sind sowohl Frauen mit geplantem als auch Frauen mit ungeplantem Kaiserschnitt interviewt worden. Es geht NICHT darum, den Kaiserschnitt zu verteufeln, es geht um kritisches Hinterfragen und um persönliche Erlebnisse dieser Menschen. Zusätzlich kommen Expertinnen zu Wort.”

Wie hast Du die Zeit der Entstehung von ‘Meine Narbe’ erlebt? Was hat Dich besonders herausgefordert oder was war schwierig?

“Diese Zeit war wie eine Hochschaubahnfahrt. Zuerst ganz prompte Zusagen von der Regisseurin Mirjam Unger und unserer Produktionsfirma Geyrhalter, dann eine lange Zeit der Unsicherheit ob der Film nun wirklich finanziert werden kann. Das war sehr spannend und aufregend. Die letzten Tage vor Drehbeginn waren dann noch extrem herausfordernd für mich- da ich mir nicht sicher war, ob es funktionieren wird, dass sich die Frauen vor der Kamera auch wirklich öffnen können. Du hast da ein paar Tage Zeit und in diesen muss alles im Kasten sein. Ich hab Tag und Nacht darüber nachgedacht. Nach den ersten 2 Stunden Dreh war klar: Es klappt.”

Was ist Dein persönlicher Bezug zum Thema Kaiserschnitt?

“Ich hatte bei meinem ersten Kind selbst einen Kaiserschnitt. Zum Glück wurde ich dabei sehr gut begleitet und betreut- durch meine Hebamme und meine Ärztin. Enttäuscht war ich trotzdem, ich wollte mein Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringen.”

Was genau machst Du in Deiner Arbeit mit Kaiserschnitt-Mamas?

“Im Grunde geht es in meiner Arbeit darum, dass sich die Frauen mit ihrem Kaiserschnitt ein Stück mehr aussöhnen können. Der Kaiserschnitt ist diesen Frauen ja schon passiert, er kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Also ist der nächste Schritt, zu lernen mit dieser Herausforderung umzugehen. Es geht zum Beispiel darum, zu trauern, oder endlich einmal mit Gleichgesinnten seine Gedanken und Gefühle zu teilen. Es geht darum, herauszufinden, was am Kaiserschnitt der verletzende Punkt war, oder wie dieses Erlebnis persönlich genutzt werden kann. In der Auseinandersetzung mit dem Geburtserlebnis finden die Frauen wieder zu mehr Selbstvertrauen, Kraft, Körperbewusstsein und Lebensfreude zurück. Zusätzlich arbeite ich auch oft mit den Vätern- denn die waren meist dabei und haben auch ihr Geburtserlebnis. Und sehr häufig brauchen Paare Unterstützung dabei, den Kaiserschnitt gut besprechen zu können. So dass er im Endeffekt zusammenschweissen kann.”

Was würdest Du erstgebärenden Müttern raten?

“Ich glaube, das Wichtigste ist, angstfrei zu werden. Wenn man als Erstgebärende von Angst geleitet wird, lässt man sich schnell alles einreden. Ich würde einer Erstgebärenden raten, sich von einer Hebamme durch die Schwangerschaft und durch die Geburt begleiten zu lassen. Denn Hebammen stärken Frauen und unterstützen sie in ihren Fähigkeiten. Das ist ein nachhaltiges Konzept- eine gestärkte, selbstbewusste Mutter kann sich auch wunderbar nach der Geburt um sich selbst und ihr Kind kümmern.”

Was würdest Du Frauen raten, die sich – nach vorangegangenem Kaiserschnitt – eine Vaginalgeburt nach Kaiserschnitt wünschen?

“Wenn die Frau mit der Kaiserschnittgeburt noch nicht »ausgesöhnt« ist, wenn sie noch traurig wird, die »warum« Frage wälzt oder es ihr unangenehm ist, daran zu denken, dann würde ich ihr zuerst raten, diese Geburt aufzuarbeiten. Dann ist es möglich, frei von dieser Geschichte in die zweite Geburt zu gehen. Wenn das nicht passiert, besteht immer die Möglichkeit, dass die Frau während der zweiten Geburt von ihrer ersten Geburt »eingeholt« wird, dass sie diese dann belastet und in ihren Möglichkeiten einschränkt. Besonders wenn der Kaiserschnitt sehr belastend oder gar traumatisch war, ist das ganz wichtig. Und dann rate ich jeder dieser Frauen- auch wie den Erstgebärenden: Nimm dir eine Hebamme und such dir ein Spital aus, in dem eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt unterstützt wird.”

Was können Frauen tun, die ihren Kaiserschnitt als sehr traumatisch erlebt haben? Wo gibt es Hilfe?

“Frauen können sich bei mir melden oder auch bei einer Therapeutin/einem Therapeuten oder einer Psychologin, die traumatherapeutisch ausgebildet sind.”

Liebe Judith, vielen Dank für das Interview mit Dir, ich wünsche Dir alles Liebe und viel Erfolg die Premiere von ‘Meine Narbe’!

Mehr Informationen zum Film ‘Meine Narbe’ gibt es hier:

http://www.geyrhalterfilm.com/meine_narbe

https://www.facebook.com/meinenarbe

 

Und wer ORFII empfangen kann, bitte unbedingt einschalten und anschauen!

Am Dienstag, 25.1.2014 um 22:35 Uhr im Rahmen von ‘kreuz und quer’. Wiederholung läuft am Donnerstag, 27.11.2014, um 11:50 Uhr.

Judith Raunig, Wien 05.09.2012 Foto: Michele Pauty

Mehr Informationen über Judith Raunig und ihre Angebote findest Du hier:

http://www.nach-dem-kaiserschnitt.at/

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