Mit 4 Geburtsreisen vom Kaiserschnitt zur Hausgeburt

Mit 4 Geburtsreisen vom Kaiserschnitt zur Hausgeburt

Habt Mut liebe Mamis!

 

 

Lilli erzählt ihre Geschichte(n)

Meiner ersten Geburt Ende 2007 habe ich sehr gelassen entgegengesehen.

Ich bin Yogatrainerin und fing mit Beginn meiner Schwangerschaft an, mich intensiv mit Schwangeren Yoga zu beschäftigen.

Ich war in einem herkömmlichen Geburtsvorbereitungskurs bei einer renomierten Hebamme und habe mit meinem Mann auch einen Wochenend-Intensiv-Paarkurs gemacht, wo es mehr um Kaiserschnitt ging, oder zumindest ist das Thema bei mir hängen geblieben.

Gegen Ende meiner Schwangerschaft machte ich im gewählten Krankenhaus Akkupunktur.

Mein Zugang war recht offen, auch dahingehend, dass die Kaiserschnittrate im gewählten Krankenhaus über 50% war – wegen der vielen Wunschkaiserschnitte.

Meine Meinung war, dass, wenn ich dort dann mit den Wehen ankomme, werden die mir schon sagen, was ich machen soll.

Ich hatte mir vorgenommen keine PDA zu nehmen.  Ich habe auch das Revers vorab unterschrieben, dass ich keine Wehenförderer wolle, war aber generell viel zu wenig informiert, auch mit meinem Mann habe ich mich darüber zu wenig ausgetauscht.

Etwas Angst hatte ich, weil meine Gynäkologin, die ich gerne mag, etwas über meinen starken Beckenboden sagte und auch sonst geisterten mir diverse Geburtsgeschichten im Kopf herum.

Das Ergebnis war:  7 Stunden aushaltbarer Wehen, aber „nur“ 2 cm Öffnung, Wehenförderung durch Tropf, PDA und Notkaiserschnitt. Fehlendes Bonding, Stillschwierigkeiten, Keine Euphorie.

Ich hatte danach das Gefühl, versagt zu haben und bin erst nach und nach darauf gekommen, was alles hätte anders laufen können.

Als Vorbereitung zu meiner zweiten Schwangerschaft Mitte 2010 habe ich mir 1.) meine Narbe entstören lassen und ging 2.) zur Hypnose zu einer Bekannten von mir, die auch Gynäkologin ist, um unter Tiefenentspannung unter anderem den Geburtsweg durchzugehen und 3.) habe ich mir meine eigene Hebamme gesucht.

Auch ihre Vertretung habe ich bei einem Termin kennen gelernt.

Beim Krankenhaustermin in der 38. Woche hat der Arzt dort sehr negativ über Spontangeburt nach Kaiserschnitt gesprochen. Es kamen Sätze zu meinem Mann wie: “Ich würde das meiner Frau nicht antun….” und “Wenn ich Dienst habe, gebe ich ihnen 4 Stunden Zeit…”

Meine Hebamme (damals eigentlich die Vertretung) sagte danach zu mir: „Wir werden kein Risiko eingehen, aber ich traue dir das zu!“

Das Ergebnis: Zu mir nach Hause kam die Vertretung meiner eigentlichen Hebamme, die war genau richtig für mich. Wir blieben ca 4 Stunden zu Hause, nachdem sie eingetroffen war, dann haben wir uns zusammen gepackt, sind ins Krankenhaus gefahren und nach 1 Stunde im Krankenhaus war mein Baby geboren.

Mit meinem Einverständnis hat die Hebamme die Fruchtblase geöffnet.

Leider hatte wirklich besagter Arzt Dienst und hat es sich nicht nehmen lassen, mir vor der letzten Wehe einen Dammschnitt zu verpassen, da mein Sohn etwas größer und schwerer war, als der erste.

Laut Nachbesprechung mit der Hebamme, war das ihrer Meinung nach nicht notwenig.

Gestärkt durch meine tolle Leistung (ich fühlte mich wie Super-Woman) habe ich dem Artzt, der beim Nähen seines Dammschnittes vor sich hingestänkert hat, mit einem Satz meine Meinung gesagt: „Jetzt reißen sie sich zusammen, stellen sie sich vor ich bin ihre eigene Frau und SO nähen sie das jetzt!“

… und genau das tat er dann. Ich war so glücklich und gleichzeitig so sauer mit diesem Arzt, dass er mir dieses unglaubliche Erlebnis nehmen wollte. Auch habe ich gemerkt, wie die Hypnose durchgekommen ist und ich ganz ich war, bei diesem außergewöhnlichen Erlebnis.

In meiner dritte Schwangerschaft habe ich mich in einem anderen Krankenhaus angemeldet, als bei den ersten beiden Geburten, weil wir in der Zwischenzeit umgezogen waren.

Ich habe wieder meine Hebamme von der letzten Geburt gebeten mir zu helfen und wir planten dieses Mal eine Hausgeburt.

Mit meiner Bekannten, der Gynäkologin, bei der ich mich mit Hypnose vorbereitete, habe ich mich einige Male nach den Terminen gewundert, warum nicht mehr Schwangere Hypnose als Geburtsvorbereitung machen.

Ich habe dann im Internet gesucht und habe HypnoBirthing gefunden.

Die Ausbildung dazu habe ich 8 Wochen vor der Geburt Mitte 2013 absolviert.

Ich habe der Geburt sehr entspannt entgegen gesehen.

Die Termine im neuen Krankenhaus am Ende der Schwangerschaft habe ich zwar wahrgenommen, aber dort behandelte man mich bereits als erfahrene Gebärende 😉

Das Ergebnis: 3 Tage lang hatte ich schon Senkungs-Wellen (beim Hypnobirthing nennt man die Wehen Wellen) – so wie bei den vorangegangenen zwei Schwangerschaften.

Am zweiten Tag kam meine Mama, die uns helfen und die zwei Kinder betreuen würde.

Am dritten Tag ging ich Abends um 23h ins Bett und wachte um 1h nachts auf. Ich hatte das Gefühl, dass die Fruchtblase aufgegangen war. Also ging ich auf die Toilette und weckte meinen Mann, der die Abstände messen wollte.

Ich sagte ihm knapp, dass er die Hebamme anrufen und nix messen soll.

Ich ging in die Badewanne, die Hebamme kam um 2.15h und um 3h in der Früh war unser Baby geschlüpft.

Unser Dritter war wieder etwas größer und schwerer als der zweite. Ich bin auch gerissen, das musste danach genäht werden von der Hebamme (ich musste zum Glück nicht ins Krankenhaus).

Die Hebamme meinte, das könnte vom Schnitt kommen, den der Artzt bei der zweiten Geburt gemacht hatte…. wer weiss.

Trotzdem – Ich fühlte mich großartig und dachte sofort nach der Geburt – wenn Gebären so ist, dann können noch 10 kommen. Ich hab den Satz wohl laut ausgeprochen, mein Mann schaute etwas geschockt – haha!

Die Nachwehen (das kannte ich bis dato gar nicht) waren sehr unangenehm und schmerzhafter als die eigentliche Geburt.

Die Narbe am Damm war nicht angenehm, hat 2 Wochen lang gezwickt. Meine Hebamme hat mich aber gut unterstützt.

Beim Stillen gab es Anfangsschwierigkeiten (wie beim ersten Baby auch), nach ein paar Wochen bekam ich Gefäßverengung der Brustwarzen immer nach dem Stillen oder auch zwischendurch, wobei mir keiner helfen konnte (trotz Cranio mit Baby, Ernährungstipps, Schüssler-Magnesium).

Nur meine Bekannte, die Hypnose-Gyn hat mir mit Homöopathie etwas helfen können. Im Endeffekt gingen die Schmerzen erst weg, als ich nach 12 Monaten abstillte.

Nach dieser wunderbaren Geburtserfahrung habe ich dann selbst mit dem Unterrichten der HypnoBirthing Methode begonnen.

Als Vorbereitung zu meiner vierten Geburt Mitte 2015 habe ich mit meinem Mann bei Nina noch einen HypnoBirthing Auffrischungs-Kurs gemacht, speziell mit meinen/unseren Themen.

Meine Themen waren: Krampfadern, Nachwehen, Stillprobleme, Dammriss.

Es ist doch etwas anderes einen Kurs zu halten, als zuzuhören und zu entspannen und sich bewusst Zeit zu nehmen für die eigene Schwangerschaft und das vierte Baby im Bauch, wenn da schon 3 Andere herumwuseln.

In der Geburtsvorbereitung habe ich diesmal weniger Untersuchungen gemacht, den Zuckerbelastungstest ausgelassen und gleich zu Beginn mich bei „meiner“ Hebamme angemeldet, die inzwischen auch in einem Krankenhaus angestellt war und meine Betreuung nur übernommen hat, weil wir uns schon kannten.

Ich habe mich auch im Krankenhaus meiner Hebamme (am anderen Ende der Stadt) angemeldet, um auch dieses Haus einmal zu sehen, weil ich wusste, dass es das einzige in der Stadt war, wo noch Steißlagen-Geburten ermöglicht wurden.

Wir planten allerdings wieder eine Hausgeburt und haben uns diesmal auch einen Geburtspool geleistet.

Ich habe einige Bücher gelesen z.b. von Ina May Gaskin und was über Wassergeburten.

Ergebnis – Um 4h wachte ich auf (zum ersten Mal kam eines unserer Kinder unter Tags, die 3 davor waren um 2h bis 3h in der Früh geboren), weckte meinen Mann, rief um 5h selbst meine Mama an (die 2 Stunden Fahrt vor sich hatte) und meine Hebamme (die 1h brauchte).

Die Hebamme, die gerade aus dem Nachtdienst kam, meinte auch, dass es „was wird“.

Wir schickten sie noch mal zum Schlafen in einen Nebenraum bei uns, nachdem sie mich mit meinem Einverständnis kurz vaginal untersuchte.

Ich hatte das Gefühl, dass der Muttermund so ca. 5 cm offen war und meine Hebamme bestätigte mir dies.

Dann meinte sie, jetzt wird sie nicht mehr untersuchen, da ich eh alles selbst spüre.

Nachdem meine Mama ankam, brachte mein Mann die Kinder in den Kindergarten. Nur unser Ältester hatte schulfrei und konnte dadurch zu Hause die Geburt miterleben. Wenn auch nicht immer im selben Raum, war er gleich danach bei uns. Ich fand das einen guten Abschluss, nachdem er damals ein Kaiserschnitt war, hat er jetzt gut mitbekommen, wie normal und entspannt eine Geburt sein kann – ich glaube, das ist gut für sein Unterbewusstsein.

Um 8 Uhr ging ich in den Geburtspool und mein Mann hat die Hebamme geweckt.

Um 10 Uhr wurde unser vierter und größter Sohn (4,3kg, 36 cm Kopfumfang, 52 cm groß) ins Wasser geboren.

Diese Geburt war sehr selbstbestimmt, zwischen den Wellen hatte ich ganz klare Momente, wir haben gescherzt und geredet auch noch kurz vor dem Schlüpfen.

Ich hab mit meinen Händen selber untersucht und gespürt. Alles war körperlich ganz klar, wo gerade was geschieht.

Auch diesmal musste ich genäht werden, der Riss war wieder eine Stufe 2, aber nach dem Nähen waren überhaupt keine Probleme damit, ich konnte sogar gleich darauf sitzen. Die Nachwehen waren harmlos. Ich habe diesmal auch Tipps von Kolleginnen bekommen und ganz was arges gemacht – so sagen mein Mann und ich dazu immer 😉 : Ich hab von der Hebamme vorbereitet ins Himbeerjoghurt gemixt ganz kleine Stückchen Plazenta gegessen – einfach runter geschluckt, 3 Tage lang… und seither schwöre ich darauf.  Und ich habe mir auch Globuli machen lassen.

Unser Kleiner ist jetzt 4 Monate alt und wieder gab’s ein kurzes Thema mit dem anfänglichen zu wenig Zunehmen, aber mittlerweile ist er mit kleinen Speckröllchen geziert ein vollgestilltes Happy-Baby. Meine anderen Themen haben sich irgendwie alle positiv gelöst – obwohl nicht immer auf dem von mir erwartetem direkten Weg.

Abschließende Gedanken:

Mein Mann war mir bei allen Geburten eine wunderbare Stütze. Wenn er anders gestrickt wäre – und ich ihn dann sicher nicht weniger lieben würde – hätte ich mir meine beste Freundin gewünscht. Ich brauchte einfach einen unterstützenden Geburts-Flüsterer an der Seite, der mich gut kennt.

Meine liebe Mama war unersetzbar bei den Hausgeburten, hat geputzt, gewaschen, gekocht, mit den Kindern ‘Mensch ärgere dich nicht’ gespielt,… – wer eine Hausgeburt plant sollte sich unbedingt Hilfe holen, finde ich – z.b. eine Doula oder fleissige Freundin.

Die Hebamme war Gold wert!

Wir hätten auch doppelt soviel bezahlt (waren wir uns einig) und dafür keinen Kinderwagen gekauft, sondern nur eine Babytrage oder ein paar Gäste weniger zur Hochzeit eingeladen… ich habe mich sehr sicher gefühlt mit ihr in diesem Ur-Kraft-Ereignis.

Sie hat immer gut reagiert in der jeweiligen Situation, ich habe auch das Gefühl, sie hat mein Tempo genau erkannt.

Und last but not least war für mich Information sehr wichtig!

Manche Frauen lassen es ja lieber auf sich zukommen, aber das hat für mich bei meinem ersten Geburtserlebnis nicht gut funktioniert. Nicht weil ich nicht offen war, für das was kommt, sondern weil mir die Gegenargumente gefehlt haben zu dem, was die andern erwarten, aber ich nicht will bzw. ich fühle, dass mein Kind nicht will.

Ich sage immer, meine Hebamme und meine liebe Hypnose-Gyn-Bekannte haben mir unser viertes Kind ermöglicht, denn mit Kaiserschnitten wären es nur 3 geworden. Wir sind glücklich und sehr dankbar!!!

Im Moment herrscht bei uns grad Alltag, wo wir uns am Mittwoch schon auf’s Familien-Wochenende freuen und am Samstag, wo wir dann drauf kommen, dass mit 4 Kindern keine Wochenend-erholung möglich ist, wieder auf Montag (Kindegarten und Schule) freun. 😉

Lilli von heartmade.at

Lilli von heartmade.at

heartmade

Lilli ist Yogalehrerin, Shiatsu-Therapeutin, HypnoBirthing Kursleiterin, 4-fach Mama und zaubert wunderschöne Sache auf www.heartmade.at

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Mit 4 Geburtsreisen vom Kaiserschnitt zur Hausgeburt

Lavendel und Honigwaffeln

 

Luisas wunderbare Hausgeburt erzählt von Susanne

 

Es war ein sonniger, klarer Novembertag als sich Luisas Ankunft ankündigte.

Beim nächtlichen Gang zur Toilette hatte ich das Zeichnen bemerkt, ich wusste aber, dass es noch ein wenig dauern konnte. Trotzdem war ich nervös. Luisa war mein drittes Kind.

Ich wusste also, dass die Geburt in den nächsten Stunden losgehen würde und nichts und niemand mir das abnehmen konnte.

Mit Tränen in den Augen kroch ich ins Bett und sagte zu meinem Mann, dass es bald losgeht und dass ich mich fürchte.

Er nahm mich in den Arm und wischte meine Tränen weg.

 

Dann aber beschloss ich, umzusetzen, was ich im Hypnobirthingkurs gelernt hatte. Ich setzte mir die Kopfhörer auf und hörte die Regenbogenentspannung. Augenblicklich wurde ich ruhig und entspannt. Ich schlief dann auch wieder ein und ruhte mich aus.

 

Am nächsten Tag aßen wir noch zu dritt zu Mittag. Ich machte ein Foto von Michael und unserer damals Zweijährigen.

Für mich war es ein besonderer Moment – das letzte Essen als „kleine Schwester“. Bald würde sie die Große sein.

 

Am Nachmittag spürte ich dann leichte Wellen in langen aber regelmäßigen Abständen. Michael brachte unsere Kleine zu den Großeltern und ich rief Karin, unsere Hebamme an.

Sie meinte, ich solle mir noch einen schönen Tag mit Michael machen bevor es losgeht. Vielleicht auf dem Markt spazieren oder essen gehen. Ich wollte ihrem Rat zunächst folgen, spürte dann aber in mich hinein, ob das wirklich das Richtige war.

Und nein, das war es nicht. Ich wollte Ruhe haben. Also legte ich mich ins Bett und entspannte wieder bewusst. Ich freute mich, wie sehr ich es diesmal schaffte, meine eigenen Bedürfnisse zu erkennen – danke Hypnobirthing!

 

Michael setzte Hühnersuppe auf und ich zündete Kerzen im Wohnzimmer an. Ich dachte nämlich, unsere Kleine käme dort zur Welt. Im Bett sicher nicht! Schließlich hatte mir Herumgehen bei der ersten Geburt sehr geholfen.

Ich wollte bei den Wellen ein wenig nachhelfen und bat Michael, mir eine Badewanne einzulassen. Er zündete im Bad Kerzen an und schüttete reichlich Ölbad mit Nachtkerzenöl ins Wasser. Ich stieg in die Wanne, lehnte mich zurück und – sprang augenblicklich wieder heraus! Das Wasser war ein Wehenturbo – viel zu heftig reagierte mein Körper.

Jetzt verstand ich, wieso ich bei der letzten Geburt versucht hatte, mich in den Vierfüßler zu retten sobald die Wellen anrollten! Mein Körper und warmes Wasser vertragen sich bei der Geburt nicht. Das wusste ich damals auch.

Aber ich konnte mich gegen die Entscheidung der Hebamme nicht mehr durchsetzen.

Jetzt aber konnte ich es selbst entscheiden. Wie schön das war!

 

Also zurück ins Bett.

Ich türmte mir Pölster zum Anlehnen auf und wartete, bis sich mein Körper beruhigt hatte. Neben mir stand eine Duftlampe mit Lavendelöl. Das beruhigte und entspannte mich sehr.

Michael rief Karin an, die sich auf den Weg machte.

Meine große Tochter war unschlüssig, ob sie dableiben sollte. Sie war damals 16 und einerseits neugierig, andererseits besorgt um mich. Während ich im Bett saß und mich bewusst entspannte, kam sie zu mir. In der Hand ein paar Fotos von sich und der kleinen Schwester. Sie klebte die Fotos neben mir an den Schrank und sagte: „Falls du mittendrin verzweifelst, dann schau auf die Fotos. Dann weißt du, wieso du das machst!“ Dann stellte sie eine Packung mit Honigwaffeln und eine Tasse Tee neben mich. Ich spürte ihre Nervosität und daher sagte ich ihr, dass es ok wäre, wenn sie jetzt zu ihrer Oma fahre. Spürbar erleichtert, dass ich ihr die Entscheidung abgenommen hatte, machte sie das dann auch.

Sobald sie fort war, konnte ich mich ganz dem Geschehen hingeben. Die Wellen kamen regelmäßig und ich atmete so wie ich es kurz zuvor noch einmal im Buch nachgelesen hatte.

Ich spürte die Wellen vor allem vorne im Bauch, wie eine Art Krampf, aber nicht wirklich schmerzhaft. Karin kam und setzte sich ein wenig zu mir. Dann ging sie hinaus zu Michael, der in der Küche werkte. Ich hörte die beiden im Nebenraum sprechen und mit Geschirr klappern. Michael legte ab und zu eine neue CD ein – Shakti Music oder andere Entspannungsmusik. Ich hingegen konzentrierte mich auf das Atmen.

Bald fand ich einen guten Rhythmus. Ich zählte beim Einatmen bis Zwanzig und atmete dann ganz langsam aus. So konnte ich jede Welle gut veratmen und hatte jedes Mal das Ende der Welle genau im Blick. Ich wusste, dass nach dem Ausatmen wieder Zeit für die Entspannung war und genoss diese Zeit auch ganz bewusst.

Ab und zu schaute Karin vorbei, bleib eine Weile bei mir sitzen, redete in den Pausen mit mir und ging dann auch wieder.

Irgendwann merkte ich, dass sich der Rhythmus geändert hatte. Ich kam mit einem Atemzug nicht mehr aus und musste zweimal langsam und bewusst atmen bis eine Welle vorüber war. Auch die Abstände wurden kürzer. Jetzt begann die richtige „Arbeit“. Karin schaute nun öfter vorbei.

Irgendwann fragte sie, ob sie nachschauen solle, wie weit der Muttermund geöffnet war. Ich überlegte, da ich diese Untersuchungen als sehr unangenehm und schmerzhaft in Erinnerung hatte. Außerdem wusste ich, dass es mich sehr demotivieren würde, wenn sich noch nichts getan hatte. Dann entscheid ich mich dafür.

Karin tastete sehr vorsichtig und fragte, ob ich schätzen wolle. Ich wollte nicht zu hoch ansetzen und dann enttäuscht sein und schätzte auf drei bis vier Zentimeter. Karin lachte und sagte es seien schon acht.

Aus meinen bisherigen Geburtserfahrungen wusste ich, dass es ab acht Zentimetern bei mir sehr schnell gehen konnte. Und tatsächlich ging es nun zügig voran. Pausen gab es kaum mehr.

Karin blieb nun bei mir und unterstützte mich auch energetisch. „Stell dir vor, ein rosa Licht fließt durch dich durch“ sagte sie und hielt ihre Hände knapp über meinem Unterleib.

Sie holte Michael dazu und bat ihm, mir Wasser und einen Strohhalm zu bringen. Ich trank gierig und war sehr dankbar für diese Unterstützung. Ich war jetzt auch hungrig, aber an Essen war nicht mehr zu denken.

Karin legte eine Unterlage in mein Bett und kurze Zeit später spürte ich, wie die Fruchtblase platzte. Ab jetzt spürte ich das Baby in meinem Bauch noch viel deutlicher als zuvor.

Es stieß und strampelte sich mit jeder Welle den Weg nach draußen. Dann spürte ich deutlich den Druck des Köpfchens und drückte mit.

Gleichzeitig kam die Angst vor dem letzten Stück und ich wollte die Beine zusammenpressen und dagegen ankämpfen. Das verhinderte Karin indem sie Michael anwies, meine Knie festzuhalten. Sie versuchte mich aber auch zu bremsen „Nicht so schnell. Lass dir ein bisschen Zeit“, sagte sie. Außer Atem stieß ich hervor: „Das bin nicht ich! Das ist die Kleine!!“. Und so empfand ich es auch. Die Kleine wollte raus und drückte was das Zeug hielt.

Dann spürte ich ein Brennen und im nächsten Augenblick war mein kleines Mädchen da.

Ich setze mich auf und sah, dass Karin sie gut aufgefangen hatte. Als ich sah, dass sie sich bewegte, war ich beruhigt. Ich sagte „Gib sie mir, schnell, ich will sie halten.“, aber Karin wickelte noch an der Nabelschnur herum. Jetzt sah ich, dass die Nabelschnur sich ganz fest um die Knöchel der Kleinen gewickelt hatte. Daher war sie jetzt nicht lang genug, um mir die Kleine auf den Bauch zu legen.

Als Karin mein Baby befreit hatte, stutzte sie kurz. In der Nabelschnur war ein Knoten1. Dieser lag aber genau zwischen den Füßchen und war umwickelt und daher geschützt, so dass die Blutzufuhr auch bei der Geburt nicht unterbrochen war.

Endlich durfte ich meine kleine Luisa zu mir hochheben. Ich sah sie genau an. Sie war groß und trotzdem sehr zart – genauso, wie Karin es ertastet hatte. Ihr Gesichtchen war zusammengedrückt, so dass sie aussah wie ein kleiner flacher Pfirsich.

Ich küsste sie und legte sie gleich an die Brust.

Michael saß neben uns und umarmte mich und das Baby.

Ganz ruhig war es wieder geworden, der Sturm der Geburt war vorbei.

 

Im Hintergrund lief leise indische Musik, die Honigwaffeln neben mir dufteten und die Kerzen gaben ein sanftes Licht.

Nur Luisas Beinchen zuckten und strampelten regelmäßig ganz fest. Karin sagte: „Halte sie fest und sag ihr, dass sie schon da ist. Sie glaubt noch immer, sie muss mithelfen.“

Ich drückte Luisa sanft an mich und flüsterte ihr mein Willkommen ins Ohr. Da hörte sie auf zu strampeln. Jetzt war es langsam Zeit, sie Abzunabeln.

Karin hielt ihre Hand schützend auf den Bauch der Kleinen und Michael schnitt die Nabelschnur durch. Es war ein feierlicher Moment, als ihr Vater sie so noch ein zweites Mal und ganz in diese Welt holte.

Später nahm Karin Luisa noch einmal zu sich, um sie in ihrer Tuchwaage zu wiegen.

Sie flüsterte ihr leise ins Ohr und erklärte ihr, was mit ihr passiert. Luisa schien mit großen Augen zuzuhören und blieb ganz entspannt. Leider hatte ich durch den rasanten Endspurt ein paar Abschürfungen, die genäht werden musste.

Der Damm war aber heil geblieben. Später duschte ich und Michael überzog das Bett neu. Dann kuschelten wir uns zu dritt ins feine, warme Nest und lernten einander kennen. Luisa schlief an meiner Seite ein. Karin ging leise und versprach, am nächsten Tag wieder zu kommen.

Ich war sehr glücklich und voller Kraft. Ich schrieb meiner Großen ein sms, um ihre Sorge um mich zu zerstreuen.

Da erst wurde mir bewusst, dass seit ihrem Weggang erst dreieinhalb Stunden vergangen waren.

Luisas Geburt hatte also rund drei Stunden gedauert.

 

Stunden, die mir zeitlos und kraftvoll in Erinnerung geblieben sind.

Nie wieder würde ich die wunderbare Atmosphäre einer Hausgeburt freiwillig gegen eine Klinikgeburt tauschen wollen!

 

Luisa Alma, geb. 18.11.2011, 22:00 Uhr

 

 

1 Interessant ist, dass ich irgendwann im letzten Drittel der Schwangerschaft plötzlich sehr beunruhigt war wegen der Nabelschnur. Ich hatte das Gefühl, mein Baby mache sich „Sorgen“ und bitte um Hilfe und auch ich machte mir Sorgen. Ich recherchierte und fragte auch meine Hebamme, ob denn eine Nabelschnur auch irgendwie geknickt oder abgeschnürt werden kann. Ich beruhigte mich und mein Baby dann mit der Affirmation, dass Nabelschnüre ja von der Natur dafür gemacht sind, das Baby zu versorgen und dass es sich offensichtlich um ein „Erfolgsrezept“ handeln muss, sonst gäbe es da ja ein anderes System. Umso erstaunter war ich, dass es tatsächlich ein Problem gegeben hatte.

 

 

 

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Sie kam wie eine Naturgewalt

 

Cornelia erzählt uns ihre Geschichte

 

Die Schwangerschaft mit meiner Tochter Lilian war eine sehr harte Zeit.

Nicht gerne erinnere ich mich an sie. Massive Übelkeit, Sodbrennen, Rücken- und sonstige Schmerzen machten mir schwer zu schaffen.

Um meinen vierjährigen Sohn Constantin konnte ich mich so gut wie gar nicht kümmern.

Ich hing entweder über der Kloschüssel oder im Bett herum, oder schleppte mich in die Arbeit, um danach völlig kraftlos herumzuliegen.

Schon früh war ich bereit – bereit, diese unendlich lange und schwere Schwangerschaft hinter mir zu lassen, bereit für mein Kind, bereit für die Geburt.

Doch meine Tochter war anderer Meinung.

Sie wäre körperlich schon lange reif gewesen, doch sammelte noch all ihre Kräfte, um uns beiden unsere Traumgeburt zu ermöglichen!

Am vierten Tag nach dem errechneten Geburtstermin und viel vorbereitender Geburtsarbeit und enttäuschter Hoffnung hatten wir einen Termin bei unserer Hebamme im Krankenhaus.

Ganz leicht ging es im Auto los. Der Termin verzögerte sich und am Sofa wartend vernahm ich noch einmal einen Hauch von Wehentätigkeit.

Meine Hebamme begrüßte ich schließlich um dreiviertel sieben mit einem Handschlag und den Worten „Ich glaube, es geht los.“

59 Minuten später war meine Lilian da!

Sie kam wie eine Naturgewalt. So kraftvoll, so stürmisch, so unglaublich weiblich!

 

Die erste Untersuchung ergab eine Muttermundöffnung von 3cm, und danach ging es richtig los.

Doch das bekam meine Hebamme gar nicht mit. Sie hatte den Raum verlassen, um die Aufnahme und die notwendigen vorbereitenden Arbeiten zu erledigen.

Als sie zurückkam, war ich kaum noch in der Lage zu sprechen. Vor allem hatte ich die Zeit dazu gar nicht.

Die Wehen kamen und gingen so schnell, ich hatte kaum Luft zum Durchschnaufen und konnte auch meine Position gar nicht mehr ändern.

Ich hörte meine Hebamme im Hintergrund mit meiner Ärztin telefonieren, und dann sagte sie zu mir, mein Kind wäre in der nächsten Stunde da.

Im Geburtsvorbereitungskurs hatte ich geübt, auf mein Bauchgefühl und meine innere Stimme zu hören, und ich wusste, sie kommt schneller, sie kommt JETZT!

Da waren sie auch schon, diese unbändigen Schmerzen, dieser Drang.

Die Ballonatmung half nicht mehr, mitten in der Wehe hörte ich Ninas Stimme, „Du wirst den Unterschied merken!“, und ich vertraute darauf.

Ich begann zu schreien, ich schrie sie heraus, und Lilian drückte mit.

Mit der dritten Presswehe war ihr Kopf geboren, doch es fühlte sich nicht nach Erleichterung an, also schrie ich nochmal und drückte weiter.

Schon war sie da.

Sie hatte die Hand seitlich am Kopf gehabt, daher waren auch die Schmerzen am Ende der Schwangerschaft gekommen.

Jetzt war sie war da, endlich da!!!

Keine Sekunde, keine Wehe länger hätte ich diese Schmerzen ertragen.

Mein Kind wusste das genau. Sie wusste, was zu tun war, und wann.

Trotz dieser kurzen Geburtsdauer gab es immer wieder Momente, in denen ich an den Kurs erinnert wurde.

Ein besonders wichtiger war jener, in dem ich erkannte, dass das Lob meines Lebensgefährtens mein Anker war. Seine begleitenden Worte versetzten mich in einen ruhenden, nach innen gekehrten Zustand, in dem die Energie fließen konnte. Also bat ich ihn, dies bei jeder Welle zu wiederholen. Und es half.

Doch auch ohne meine Hebamme hätte ich diese Geburt so nicht erleben dürfen.

Danke, Stefanie, für deine Vorbereitung, deine Begleitung, deine Hände, deine Stimme, deine Empathie, dein Wissen!!! Von mir in meiner Geburtsarbeit oft unbemerkt hast du mich berührt, aufgerichtet, bestärkt und mit den notwendigen Handgriffen und Hilfsmitteln versorgt, so dass mein Kind und ich unverletzt blieben.

Das war und ist sooo wichtig für mich!

Es dauerte diesmal nicht lange, bis ich die Geburt verarbeitet hatte.

In der ersten Nacht schon war ich müde und konnte schlafen, konnte träumen, konnte mein Kind versorgen und ihre Nähe genießen.

 

Die Erinnerung an diese schöne Zeit bleibt mir für immer!

 

P.S.: Wie hast Du Deine Geburt erlebt? Hast Du eine ähnliche Erfahrung wie Cornelia gemacht? Erzähl‘ mir doch davon in den Kommentaren! Möchtest auch Du uns Deine Geschichte ganz ausführlich erzählen? Dann mach mit bei der Blogserie ‚Meine Geburt‘!

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Geburt ohne Schmerz? Are you kiddin’?

Geburt ohne Schmerz? Are you kiddin’?

Meine Geburt mit HypnoBirthing

 

Ich war anfangs sehr skeptisch was das Ganze mit dem Geburtsschmerz betraf…

Es wird doch ein großer Rummel drum gemacht.

Meine erste Geburt war eine Hausgeburt, die laut meiner Hebamme ganz super war.

Mein Sohn war in 4 Stunden geboren und alles verlief bestens.

Aber die Schmerzen waren überwältigend – eine Urkraft, die durch mich tobte, über mich schwappte, durch die ich durch tauchen musste und die mich ehrfürchtig und ergeben zurückließ.

Mein Mann und ich entschieden uns im Gegensatz zur ersten Schwangerschaft, in der zweiten Schwangerschaft einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen.

Ich wollte einfach Zeit mit unserem zweiten Kind und meinem Mann verbringen, ohne dass mein Großer dabei war. Ich wollte wieder ein wenig meine Schwangerschaft zelebrieren, so wie ich es beim ersten Mal getan hatte.

HypnoBirthing hat mich sofort angesprochen, weil die Philosophie auch meine Ansichten über die natürliche, sanfte und selbstbestimmte Geburt widerspiegelten.

Und die Sache mit der schmerzfreien Geburt? Hell, yes!

Einmal in der Woche ließen wir unseren Sohn beim Babysitter und genossen die Zeit für uns mit unserem Baby.

Unsere Kursleiterin erklärte uns, wie die Gebärmuttermuskeln arbeiten und wie Angst und Stress den Geburtsvorgang verändern. Wir lernten auch, wie Sprache und Gedanken unser Inneres beeinflussen.

Wir machten die Regenbogenentspannung, gingen auf eine Reise zu unserem Baby, lernten die Ruhe-, die Wellen- und die Geburtsatmung und erfuhren am eigenen Leib, wie wir uns mittels Hypnose von Schmerz und Angst befreien konnten.

Immer wieder wurden wir mit Hausaufgaben nach Hause geschickt und ich übte fleißig jeden Tag die Tiefenentspannung und hörte die HypnoBirthing CD mit den positiven Geburtsaffirmationen.

Ich wusste von unserer Kursleiterin: je mehr Wiederholung desto effektiver die Konditionierung. Wenn es dann soweit ist, reagiert der Körper ganz automatisch mit tiefer Entspannung.

In dieser tiefen Entspannung können die Gebärmuskeln so arbeiten, wie sie sollen.

 

Es kam der Geburtstag meiner kleinen Mia.

Zu Hause war alles vorbereitet. Ich spürte schon morgens leichte Wellen (das Wort ‚Wehe’ wird im HypnoBirthing nicht verwendet, so wie alles andere, was Schmerz suggeriert) und verbrachte einen ganz normalen Tag mit meinem Sohn, so wie ich es visualisiert hatte.

Ich wollte eine ganz unspektakuläre, einfache Geburt, die Teil unseres Familienlebens sein sollte.

Ich hing die Wäsche auf, spielte mit meinem Sohn in der Sandkiste, rief die Hebamme kurz an und fegte die Herbstblätter zusammen. Die Gute-Nacht-Geschichte am Abend musste ich dann allerdings vorzeitig abbrechen, weil die Wellen nun wirklich stark, ja unangenehm wurden.

Nachdem mein Sohn im Kinderzimmer eingeschlafen war, rief ich schnell meine Hebamme an und sagte ihr, dass es nun wohl losginge. Dann legten mein Mann und ich uns endlich ins Schlafzimmer.

Es war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir löschten das Licht und zündeten Kerzen an. Die nächsten paar Stunden verbrachten wir mit Streicheln, Atmen, Entspannen.

Mein Mann übernahm perfekt die Rolle des Geburtspartners, immer wieder sagte er mir positive Affirmationen und erinnerte mich daran, alles loszulassen. Ich brauchte einige Zeit, um die gelernten Techniken während der Wellen anzuwenden.

Aber dann funktionierte es sehr gut. Die Wellen waren nun gut auszuhalten. Ich war entspannt und fokussiert zugleich.

Ich spürte eine starke Anspannung der Muskeln, besonders im Unterleib und in den Oberschenkeln. Ich lenkte meinen Fokus auf diese Muskelgruppen, um sie immer weiter zu entspannen.

Ich war total in Kontrolle – keine Sturmböen, die mich hilflos umher rissen – tief entspannt und sehr konzentriert war ich verbunden mit meinem Geburtskörper. Diese wahnsinnige Ur-Kraft war MEINE Kraft!

Es war nicht easy-peasy,es erforderte meine ganze Konzentration während der Welle alles loszulassen statt mich mitreißen zu lassen, aber es war definitiv gut machbar.

Ab und zu kam die Hebamme ins Schlafzimmer, kontrollierte die Herztöne meiner Tochter und ließ uns dann wieder alleine weiterarbeiten.

Die zweite Geburtsphase war anstrengender.

Ich spürte den starken Drang, mein Baby runter zu schieben. Ich hatte eine Geburtswelle (Presswehe) nach der anderen und zeitgleich bewegte sich meine Tochter in mir sehr viel. Im Nachhinein wussten wir dann warum: die Nabelschnur meines Babys war sehr kurz und dick und sie schaffte es nicht,– und bemühte sich so – sich in die optimale Geburtsposition zu drehen.

Nun wurde es sportlich. Mit Hilfe meiner Hebamme wurden viele Positionen ausprobiert, um Mia zu helfen. Es war anstrengend und ich spürte meine Muskeln, wie sie heiß wurden und kribbelten, ich spürte meinen Hals, der trocken vom vielen Atmen und Tönen war, und meine Arme wurden müde vom Aufstützen/Anhängen/Hochhalten.

Aber: ich spürte KEINEN Schmerz! Ich war voller Kraft und tief konzentriert.

Eine Geburt ohne Schmerz

Und noch besser: ich war so entspannt, dass ich voller Ruhe und Zuversicht war, dass es halt so lange dauern würde, bis meine Tochter den Weg ins Leben auf ihre Weise fand.

Mia wurde schließlich mit dem Gesicht nach oben geboren.

Sie war wundervoll rosig, da sie immer genug Sauerstoff bekam, weil ich kein forciertes Pressen einsetzte. Nach einem ersten kräftigen „Hey, das war aber echt harte Arbeit!“, hatte sie nur noch Augen für ihre neue Welt. Wir warteten, bis die Nabelschnur auspulsiert war und nabelten sie dann ab, damit ich sie endlich zu mir nehmen konnte und sie stillen konnte (die Nabelschnur war verdammt kurz).

Nachdem auch die Plazenta geboren war, kuschelten wir alle gemeinsam, tranken Champagner und aßen Suppe. Meine Hebamme blieb noch lange und wir plauderten.

Ich fühlte mich angenehm erschöpft und unendlich stolz.

Mein Mann und ich haben so toll zusammengearbeitet – es war wirklich ‚unsere’ Geburt.

HypnoBirthing hat mir ein so gut anwendbares Geburtshandwerkzeug gegeben.

Es ist leicht verständlich und leicht anwendbar UND : Übung macht den Meister!

 

Bist du schwanger und möchtest HypnoBirthing lernen?

Dann schau doch mal hier!

 

Willkommen auf meinem Blog!

Hallo! Ich bin Nina und Dein Birth Coach und Mama Mentor.

Auf diesem Blog wirst Du immer wieder wertvolle Beiträge über Schwangerschaft, Geburt und Mama-Sein bekommen, die Dir Mut machen sollen, Dich inspirieren sollen und Dir zeigen sollen, dass Du sehr wohl dazu in der Lage bist, selbstbestimmt zu gebären und ein erfülltes Mama-Leben zu führen.

Hier erfährst Du mehr über mich und über Dich…

Aktuell bei Geburt und Mama-Sein:

Selbstbestimmt, angstfrei und entspannt in die Geburt

In diesem kostenlosen dreiteiligen Online Workshop lernst du die wichtigsten Punkte, die eine positive Geburtserfahrung möglich machen.

'Wege aus dem Trauma' Webinar

In diesem kostenlosen Webinar erfährst du, wie du traumatische Lebenserfahrungen wie zum Beispiel eine traumatische Geburtserfahrung bearbeiten und heilen kannst.

'3 Schritte zur angstfreien, entspannten Geburt'

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 Austausch, Stärkung, Themenwochen und Expertenimpulse

Hier geht es um alle Frauenthemen, die rund um die Zeit der Schwangerschaft, die Vorbereitung auf die Geburt, die Verarbeitung der Geburtserfahrung und das Hineinwachsen in die Mama-Rolle auftauchen.

Dem Schmerz und der Angst einen Raum geben

Dem Schmerz und der Angst einen Raum geben

Mein Interview mit Doris Moser

 

Vor allem Erstgebärende verbinden in ihrer Vorstellung Geburt mit dem Empfinden von Schmerz. Eine Geburt ist schmerzhaft, muss schmerzhaft sein – etwas, das uns schon von Kindheit an vermittelt wird.
Dass Geburt auch anders sein kann und der Umgang mit Schmerz eine sehr individuelle Sache ist, wird uns zumeist verschwiegen.
Und so plagen uns vielfältige Ängste, wenn wir an die bevorstehende Geburt denken:

Werde ich das schaffen?
Bin ich stark genug?
Was, wenn ich die Schmerzen nicht mehr ertragen kann?

An diesem Punkt springt die Medizin mit zahlreichen Helferchen ein, um der werdenden Mutter ihre Angst zu nehmen: schmerzstillende Mittel, PDA und gegebenenfalls die „schmerzfreie“ Geburt durch den Bauch.

Dass Schmerz nicht gleich Schmerz ist, dieser in Zusammenhang mit der Geburt aber durchaus auch Sinn machen kann und es außerdem zahlreiche Möglichkeiten gibt, um sich bereits in der Schwangerschaft mit diesem Thema auseinander zu setzen, zeigt uns im Gespräch mit Doris Moser die zweifache Mutter und HypnoBirthing Kursleiterin Nina Winner.

Der Kreislauf aus Angst, Anspannung und Schmerz kann durchbrochen werden und es gibt zahlreiche Erfahrungsberichte, die belegen, dass eine Geburt nicht unbedingt mit einer schmerzhaften körperlichen Erfahrung einhergehen muss. Das ist etwas, das alle Frauen erfahren sollten!

Liebe Nina, was gibt es über dich zu wissen?

Ich bin Mama von zwei Kindern, Ehefrau, Tänzerin, Bewegungsanalytikerin, HypnoBirthing Kursleiterin, BOLD Method for birth facilitator und liebe alles, was mit Yoga, Meditation und Achtsamkeit zu tun hat. Mein Herzensthema ist die Geburt, ich bin Bloggerin, Birth Visionary und Geburtsaktivistin. Ich brauche Musik in meinem Leben, hab schon mal fast alles verloren, bin harmoniebedürftig und brauche Himmel über mir und den Wind in meinen Haaren.

Ich bin in freier Praxis tätig und arbeite mit Kindern, Kinderwunschklientinnen, schwangeren Frauen, mit Müttern, die eine schwierige Geburt erlebt haben, mit müden Mamas und jeden Tag an mir selbst.

Woran denkst, du wenn du das Wort „Geburtsschmerz“ hörst?

Ich denke an Filmszenen, sterile Krankenhausgänge, Nadeln und Kabel, Magazinartikel und Onlineforendiskussionen. Genauso denke ich an ‘rite of passage’, Frauenkraft, Leben und Sterben, Über-Sich-Hinauswachsen.

Der so genannte Geburtsschmerz scheint die Geister zu scheiden: Die einen wollen ihn mit Hilfe von Medikamenten ausschalten, die anderen sehen in ihm eine Quelle der Kraft. Wie siehst du das?

Schmerz ist ein Zeichen von Anspannung, es sei denn, man ist wirklich verletzt, was man bei einem normalen Geburtsvorgang in den allermeisten Fällen ausschließen kann. Schmerz kann ein Zeichen für Angst sein. Es kann auch ein Zeichen von Erweiterung und Wachstum sein. Wir alle empfinden Schmerz auf eine ganz individuelle Art und Weise. Es hängt deutlich davon ab, was wir im Laufe unseres Lebens für Erfahrungen im Umgang mit Schmerz, schmerzvollen Erlebnissen oder intensiven Empfindungen in unserem Körper gemacht haben. Wie ist generell unser Verhältnis zu unserem Körper? Können wir seine Zeichen wahrnehmen? Respektieren wir seine Botschaften? Wie erleben wir unsere eigene innere Kraft?

Verständlicherweise erscheint es erträglicher, nichts zu spüren, als Schmerzen zu spüren. Schmerz kann aber eine sehr wichtige Botschaft unseres Körpers an uns darstellen. Er zwingt uns, hinzusehen, hin zu spüren, uns so anzunehmen, wie wir sind.

Wo Angst zu Schmerz führt und Schmerz Angst macht, da ist auch die Frage zu stellen, was uns sonst im Leben noch unheimlich, unangenehm und schmerzhaft ist.

Dem Schmerz und der Angst einen Raum zu geben – durch Meditation, Tiefenentspannung, therapeutische Unterstützung – kann im alltäglichen Leben, also auch während der Schwangerschaft, schnell Linderung verschaffen.

Unter der Geburt kann liebevolle Zuwendung des Partners, einer Doula, der Hebamme einen deutlichen Unterschied im Schmerzempfinden machen.
Was tun wir denn bei Kindern, die Schmerzen haben? Wir trösten sie, wir streicheln und küssen sie, wir umsorgen sie nach all unseren Mutterkünsten. Das Gleiche darf auch eine gebärende Frau erfahren, die Schmerzen hat.
Ich finde es auch wichtig, dass das betreuende Geburtspersonal ganz genau auf die persönlichen Bedürfnisse der Mutter schaut. Einfühlsames Fragen und liebevolle Ermutigung halte ich für wichtiger als Vaginaluntersuchungen und CTG-Schreiben.

Ist eine schmerzfreie Geburt (abgesehen von Medikamentengabe) möglich?

Natürlich ist sie möglich.

Wenn man sich andere Säugetiermamas unter der Geburt oder auch gebärende Frauen in Naturvölkern, die noch im Einklang mit der Natur leben, anschaut, so findet man schnell viele inspirierende Beispiele dafür.
Aber diese Mütter leben auch im Einklang mit ihrem Körperempfinden. Für sie bedeutet eine intensive, vielleicht auch unangenehme Körperempfindung nicht gleich Schmerz. Geburt wurde von der Natur aus so konzipiert, dass sie möglichst komplikationslos, schmerzlos und kräftesparend stattfinden kann.

Es ist meiner Meinung nach auch eine Frage der Begrifflichkeit. Im Englischen heißt schmerzfrei ‘painless’, also less pain – weniger Schmerz. Schmerzfrei wird interessanterweise mit Nichts-Spüren oder Taubheit, gleichgesetzt.

Geburt – auch eine schmerzfreie Geburt – ist und bleibt eine sehr intensive körperliche, seelische und spirituelle Erfahrung. Hier kommt schließlich ein neues Wesen auf die Welt. Hier wird eine Mutter geboren. Sie darf anstrengend und herausfordernd sein – sie muss aber nicht schmerzvoll sein.

In Zusammenhang mit „schmerzfreier Geburt“ ist immer wieder von HypnoBirthing die Rede. Wobei handelt es sich bei dieser Methode genau? Und warum kann sie hilfreich sein, um die Geburt möglichst entspannt zu erleben?

HypnoBirthing ist ein Vorbereitungsprogramm zur Geburt, das, von Mary Mongan entwickelt, mit Selbsthypnose, Tiefenentspannung, Atmungen, Affirmationen und Visualisierungen arbeitet. Es geht darum, ein positives inneres Bild von Geburt herzustellen.

Im HypnoBirthing Kurs lernen die Eltern, was wirklich bei der Geburt geschieht (Entmythisierung) und sie begreifen, wie sich Angst auf den Geburtsverlauf auswirkt. Was die Angst und den Schmerz betrifft, spricht HypnoBirthing vom Angst-Spannungs-Schmerz-Syndrom. Dieser Begriff stammt ursprünglich vom englischen Gynäkologen Dr. Grantly Dick-Read („Mutter werden ohne Schmerz“).

HypnoBirthing nimmt sich die Vorzüge der Selbsthypnose, um die positiven Bilder tief im Unterbewusstsein zu verankern, um Ängste zu lösen und um die Denkweise zu verändern. Die Eltern lernen, welchen Einfluss die Gedanken und die Sprache auf den Körper haben (psycho-physische Reaktion).

Die drei HypnoBirthing Atemtechniken helfen dabei, auf der Körperebene optimal mit den Geburtswellen mitzusurfen.

Der Partner bekommt eine zentrale Rolle im Geburtsgeschehen, die Mentor, Fürsprecher und Beschützer für die Mutter sein kann.

Ziel ist es, die Endorphin-Ausschüttung so weit anzukurbeln, schließlich sind Endorphine 200 mal stärker als Morphium, so dass sich die Muskeln immer weiter entspannen können und sich die Mutter immer tiefer in ihren Körper und zu ihrem Baby hin versenken kann.
Je entspannter die Mutter ist, umso leichter kann sich der Muttermund öffnen. Die Muskeln sind weich und erlauben dem Baby so, in die optimale Position für die Geburt zu gelangen.

Mir persönlich ist es in den Kursen aber auch besonders wichtig, auf Selbstbestimmung und Mündigkeit der Eltern hinzuarbeiten. Das Besprechen der Geburtswunschliste und das Stärken des Selbstbewusstseins gehört also genauso in den Kurs.

Ist eine schmerzfreie Geburt das Ziel aller Dinge (oder geht es vielleicht darum, der Geburt selbstbestimmt, entspannt und angstfrei zu begegnen und dadurch auch einen anderen Zugang zum Schmerzthema zu erlangen)?

Jede Frau hat ihre ganz eigene Vision für die Geburt.

Es ist wertfrei, ob sie nun gerne eine schmerzfreie oder gar orgiastische Geburt erleben will.
Aber sicher hat es mit dem Zugang zu tun, den man zum Schmerzthema finden kann.
Es besteht der Irrglaube, dass eine Geburt mit PDA oder durch den Kaiserschnitt schmerzfrei wäre. Das stimmt so nicht. Auch hier kommen viele unangenehme Begleiterscheinungen dazu, besonders in den Wochen nach der Geburt.

Auch wenn das Ziel nicht direkt eine schmerzfreie Geburt, sondern eine selbstbestimmte, entspannte und angstfreie Geburt ist, so kann es durchaus passieren, dass man eine schmerzfreie Geburt erlebt. Es macht einen großen Unterschied, in welcher Umgebung man sich auf den eigenen Schmerz einlassen kann und welchen Raum dieser bekommt.

Wie hast du deine eigenen Geburten (in Bezug auf Schmerz) erlebt?

Ich habe beide meine Kinder zuhause im Schlafzimmer auf die Welt gebracht.
Ich hatte die liebevolle Unterstützung meines Mannes, einer sehr engen Freundin und zweier Hebammen.

Meine erste Geburt war eine schnelle, sehr intensive und sehr schmerzhafte Geburt. Ich fühlte mich völlig außer Kontrolle, hilflos und der Ur-Gewalt meines eigenen Körpers komplett ausgeliefert.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich unter der Geburt dachte, warum ich mich bloß auf diese blöde Idee eingelassen hatte und warum mir nie jemand gesagt hat, dass es so stark weh tun würde. Ich war froh, dass ich zuhause war und mich in sicherer Umgebung und Privatsphäre mit mir selbst auseinandersetzen konnte.
Aber ich war völlig überwältigt von meiner eigenen Kraft. Sie ist wie ein wildes Pferd mit mir durchgegangen.

Meine zweite Geburt war entspannt, kraftvoll, fokussiert, anstrengend und schmerzfrei.
Die Eröffnungsphase lief ruhig, entspannt und sehr konzentriert ab.
Ich wendete die HypnoBirthing-Techniken an und fokussierte mich auf meine Atmung und das Loslassen aller Muskeln. Mein Körper konnte so ganz das tun, wozu er gemacht war.
In der Geburtsphase ging es sehr sportlich zu, weil meine Tochter ein Sternengucker war (also mit dem Gesicht nach oben) und ich meinen Körper in die für sie beste Position bringen musste. Aber in der intensiven körperlichen Betätigung fühlte ich mich zuhause. Ich wusste, wie stark mein Körper ist.
Es war sehr anstrengend, aber ich hatte keine Schmerzen. Es war herrlich!

Ich brauchte die erste Geburtserfahrung, um die zweite erleben zu können.
Ich denke, dass jede Geburt, die wir erfahren dürfen, eine Chance ist, etwas über uns selbst zu lernen, über uns selbst hinauszuwachsen, unsere eigene Kraft zu spüren.

Nicht unbedingt eine körperliche, muskuläre Kraft, sondern unsere innere Stärke.

Wenn wir der Gefahr unerträglicher Schmerzen entgehen wollen, nehmen wir uns auch die Chance, uns selbst in dieser Ur-kraft zu erfahren.

Was würdest du Frauen raten, die solche Angst vor der Geburt und ihren körperlichen Herausforderungen haben, dass sie schon im Vorfeld auf PDA und/oder Kaiserschnitt setzen?

Wir alle haben ja einen bestimmten Lebensrucksack zum Tragen und verschiedene Lebensthemen zum Bearbeiten. Jede von uns hat eine ganz eigene Geschichte und eigene Angstthemen.
Niemals sollten wir eine Frau dafür verurteilen, wenn sie ihr Kind durch einen Wunschkaiserschnitt zur Welt bringen möchte. Wir kennen ihre Geschichte nicht. Wir wissen nicht, mit welchen Themen sie kämpft.

Ich denke, dass eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten und Handlungsmustern nicht nur für die Geburt sondern besonders im alltäglichen Leben von Vorteil sein kann.
Unsere Kinder sind oft unsere besten Lehrer und es kann sein, dass sie uns jeden Tag an unsere Grenzen führen, ob nun als Baby, als Dreijährige oder als Teenager. Hier kann es immer helfen, mit sich ins Reine zu kommen.

Ich persönlich empfehle alles, was auf körperlicher und seelischer Ebene helfen kann. Eine Auseinandersetzung mit dem Körper über die Bewegung – ob nun Yoga, Tanz oder Schwimmen (je nachdem, was gut tut und wo man sich zuhause fühlt) – schult das positive Verhältnis zum eigenen Körper, schärft den Instinkt, macht den Körper stark und geschmeidig, stärkt das Selbstbewusstsein und hilft bei der Ausschüttung von Glückshormonen.
Auch tiefgehende Behandlungsmethoden auf der Körper-Seelen-Ebene wie Shiatsu, Osteopathie, Kinesiologie oder Cranio-Sacraltherapie aber auch Achtsamkeitstechniken und Meditation können Frauen bei der Angstbewältigung helfen. Auf psychischer Ebene halte ich persönlich viel von Methoden, die auch das im Körper und Unterbewusstsein gespeicherte Wissen mit in Betracht ziehen, so wie z.B. die Hypnotherapie, Traumatherapie nach Dr. Gallo, EFT (Emotional Freedom Technique) und die Bewegungsanalyse.

Es heißt, dass die Art und Weise, wie wir leben, auch die Art und Weise ist, wie wir gebären. Das zu hören, mag sehr unangenehm sein. Für uns alle.
In welchen anderen Bereichen des Lebens lassen wir über uns bestimmen?
Wo lassen wir noch zu, dass unsere Grenzen überschritten werden?
Wo sagen wir noch nicht genau, was wir wollen?
Was wollen wir noch nicht spüren?

Wir alle haben die Dunkelheit in uns. Ich kenne keinen Menschen, der angstfrei ist, es geht also um das Durchleuchten dieser Dunkelheit.
Jede Angst bietet uns die Möglichkeit zur Veränderung.

Alleine geht es oft nur sehr schwer. Ich würde also jeder Frau raten, die große Angst vor der Geburt hat, sich Hilfe zu holen und auf allen Ebenen ihre Angst zu umarmen.

Hast du sonstige Anregungen oder Gedanken, die du in diesem Zusammenhang noch anbringen möchtest?

Das Leben ist lebensgefährlich und wirkliche Sicherheit wird es nie geben.
Das macht Angst. Wir alle stehen irgendwann vor dem Ende, vor dem Sterben. Geburt ist wie das Sterben, nur in die andere Richtung.
Wir sollten mit Ehrfurcht und Respekt mit dieser Erfahrung umgehen.

Im Zeitalter der allumfassenden Versicherung und dem stetig steigenden Bedürfnis danach wird der Umgang mit Geburt und Sterben jedoch zunehmend unerträglich. Das zeigt die steigende Zahl der verängstigten Frauen und der Kaiserschnittrate.

Aus der vermeintlichen Versicherung wird zunehmend eine Verunsicherung, die auf Kosten der Mütter, der Väter, der Babys geht. Was wir aber nicht wissen, was auch nicht erforscht ist, ist, wie sich die Art und Weise, wie wir geboren werden und die steigende Zahl der Interventionen, auf unsere Gesundheit und die der folgenden Generationen auswirken wird.

Dieses Thema wird in dem neuen Dokumentarfilm ‘Microbirth’ behandelt. Die Filmemacher Toni Harman und Alex Wakeford (2012 brachten sie ‘Freedom For Birth’ raus) schauen sich das Thema Geburt quasi unter dem Mikroskop an. Weltweite Premiere findet ab dem 20.09.2014 statt. Informationen über eine Filmvorstellung in Wien wird es hier auf meiner Homepage geben.”

Das Interview führte Mag.a Doris Moser
Kultur- und Sozialanthropologin, Geburtsbegleiterin und zweifache Mama
info@rotemondin.com
www.rotemondin.com

Willkommen auf meinem Blog!

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Selbstbestimmt, angstfrei und entspannt in die Geburt

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'Wege aus dem Trauma' Webinar

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'3 Schritte zur angstfreien, entspannten Geburt'

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